gesachtes vom 11.03.2005

Königskinder

Königskinder
Düsseldorf ist eine schöne Stadt. Wirtschaftskraft, Kunstakademie, Poesie. Manchmal kommt alles zusammen. Oder auch nicht:
“Es waren zwei Königskinder
die hatten einander so lieb,
sie konnten beisammen nicht kommen,
das Wasser war viel zu tief.”
(vollständiger Liedtext)

Aber ich schweife ab. Unser Oberbürgermeister, J.R.Erwin, der Mann mit den vielen Zähnen und der tiefschwarzen Haarfrisur, hat dieser Tage auf der MIPIM in Cannes (das ist eine internationale Immobilienmesse…) das allerneueste Bauprojekt aus dem Hut gezogen (siehe Artikel in der WZ). An der Hafenspitze werden Zwillingstürme entstehen, die mit Luxuswohnungen zum Kaufen (ab 5.000 Euro/qm) oder Mieten bestückt sein sollen. Die durchschnittliche Größe liegt bei 120 qm, teils sollen sie Loft-Charakter haben, teils gaaaanz nooooomal sein. Das Projekt läuft unter dem Geheimcode “Königskinder”. So weit, so typisch Erwin.
Jetzt kommt’s: Der hiesige Großkünstler Lüpertz wird auf jedem Dach eine “meterhohe” Plastik errichten – die beiden Königskinder eben. Die werden nicht zueinander kommen. Das Wasser ist zu tief. Im Wasser des angrenzenden Hafenbeckens können die Luxusbewohner der Luxus-Lofts übrigens ihre Luxusyachten anbinden, denn das Luxusprojekt soll eine eigene Marina bekommen. Darauf hat die Düsseldorfer Bevölkerung gewartet.

Apropos Königskinder: Seine Kunsthoheit Markus I. lässt sich auf öffentlichen VIP-Events gerne von seiner “Freundin” begleiten. Die heißt laut diverser Düsseldorfer Klatschkolumnisten Christina Begale und ist Sportbeauftragte der Stadt. Zu diesem Job ist sie gekommen wie die Prositutierte zum Freier. Ihre Ausbildung zur “Fachfrau für politische PR und Kommunikation” krönte sie mit einer 45-seitige Abschlussarbeit über den ihr bis dato nicht sonderlich bekannt gewordenen Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin und seine ersten hundert Tage im Amt (Quelle: WamS vom 20.04.03).
Der engagierte die gelernte Bankkauffrau und Ex-Kellnerin aus Oberhausen stantepede als Sonderbeauftragte für die Düsseldorfer Olympia-Bewerbung. Nachdem diese wegen der nicht zu übersehenden Dummdreistigkeit der beiden kläglich scheiterte, erhob Erwin seine Begale in den besagten Stand. Ein Beispiel dafür, dass es jede(r) schaffen kann, wenn er/sie nur weiß, ob’s ein Stadt- bzw. Malerfürst lieber von vorne oder von hinten mag.
Fragt sich, ob es manchmal auch drei Königskinder sind, die nicht (gleichzeitig zueinander) kommen können.


[ von Rainersacht um 14:15 in erwin & konsorten ] [ 01367 x gelesen ] [ dazugesachtes nicht möglich ] [  ]

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