
Leider musste ich heute wieder kotzen – CC Malzahn (man erinnere sich an seinen Ausfluss zum 25. Gründungstag der Grünen) hat wieder einen abgeseilt. Unter der erzürnten Überschrift “Bashing statt Spenden” geifert er – ganz gedungener Wahlkämpfer der neokonservativen Bande – gegen Schröder, Trittin und regierende Konsorten:
“Berlin – Fürs Protokoll: Bundeskanzler Gerhard Schröder hat gestern US-Präsident George Bush zur Hurrikan-Katastrophe kondoliert. Der Kanzler versicherte, er und seine Landsleute empfänden ‘großes Mitgefühl für das Schicksal der vom Hurrikan betroffenen Menschen’.
Das ist ja auch nicht weniger als Bush beizutragen hat. Der versichert den armen Schweinen, die in Katerinas Scheiße stecken, dass die Gebete der Nation bei ihnen seien. So viel Zynismus mag ein Neocon, der den langen Marsch aus der taz-Redaktion durch die Darmwindungen von Herrn Aust hinter sich gebracht hat, vielleicht nicht wahrnehmen. Ein deutlich unterhalb der Armutsgrenze vegetierender Afroamerikaner, der auch gern abgehauen wäre aus New Orleans, dies sich aber mangels Auto und Kohle nicht hat leisten können und der sich an bewaffenten Polizisten vorbei in den Superdome hat schleichen können, wird auf Bushs bigottes Gebetsangebot sicher scheißen.
Weiter im Sprachschleim des begeisterten Kriegsreporters (siehe “Die Signatur des Krieges” von ihm – den Inhalt kann man schnell zusammenfassen: Krieg ist irgendwie scheiße, aber total aufregend.):
“Vielen Dank auch. Das war’s dann. Keine finanziellen Hilfszusagen, null Sofortmaßnahmen, nach Tagen dann ein zögerliches Hilfsangebot des deutschen Innenministers. Das Krisengebiet liegt ja auch nicht in der Dritten Welt, sondern in den Vereinigten Staaten von Amerika. Tatsächlich kann die deutsche Helferarmee, gestählt in Einsatzen vom Kosovo bis nach Afghanistan, diesmal zu Hause bleiben, weil die US-Behörden die Lage im Griff haben, so gut es eben geht.”
Wenn ein mit großer Wahrscheinlichkeit durch Wahlbetrug ins Amt geratene US-Präsident, immerhin der Chef des reichsten Landes der Erde, a) ganz großzügig seinen Fünfwochenurlaub wg Katastrophe um zwei(!) Tage verkürzt, b) nicht in der Lage ist (wie schon am 11.09.2001), ordnend auf eine solche Lage zu reagieren und ein wirksames Hilfsprogramm zu starten und c) bis heute KEIN EINZIGES konkretes Wort über finanzielle Hilfen geäußert hat, dann soll also Bundeskanzler Gerhard Schröder den Oderbruch-Manager raushängen lassen und den Opfern was versprechen? Ticken Sie noch ganz richtig, sie Scheinjournalist?
Malzahn und seinesgleichen in den immer noch so genannten “Medien” haben für sich eine gigantische Karrierechance entdeckt: Pro-amerikanische Haltung. Bei CCM nachvollziehbar, kommt er doch aus linken, wenn nicht gar linksradikalen Zusammenhängen, was beinahe seinen Aufstieg verhindert hätte. Den Altcons gilt so jemand als suspekt, deshalb muss so ein Gewendeter auch viel lauter bellen und nach den Linken schnappen. Malzahn macht das schon ganz gut, vielleicht einen Hauch zu platt. Ich denke, der BILD-Chefredakteursposten, der ist für ihn in greifbarere Nähe.


[...] Auch wenn’s vom doofen Malzahn von SpOn ist – eine wunderbare Headline: “Stammt Gott von Darwin ab?” [ von Rainersacht um 15:06 kategorie diesunddas ] [ ∧ ][ ] « Die Musik lebt! [...]
[ pingback von Rainer sacht » Evolution am 26.12.2005 um 15:06 ]
Lieber Claus Christian Malzahn von SPIEGEL!…
Ich finde es ja löblich, daß Sie sich Gedanken über die Nationalhymne unseres Landes machen und Ihr Arbeitgeber, DER SPIEGEL, diese Überlegungen auch prominent online plaziert hat, obwohl der Text offenbar nur eine Zweitverwertung von Buchinhalten …
[ trackback von zeineku.de am 24.06.2006 um 22:55 ]
[...] den Anschein erwecken wollen, sie seien irgendwie links (Was angesichts solcher Schreiber wie dem Malzahn natürlich fernab jeglicher Realität liegt…), kombinieren sie flugs zwei [...]
[ pingback von Rainer sacht » Der Spiegel: Links & nackt? am 19.10.2007 um 12:36 ]