gesachtes vom 30.10.2005

Erwin hat Stadtrat angelogen

In der Ratssitzung vom 25.04.2002 sagte OB Erwin:
“Das Risiko eines Jahres beträgt knapp 2 Mio. €, wenn nämlich innerhalb der Arena überhaupt nichts stattfindet, nicht einmal ein Wettkampf im Skat. Das andere, das wissen Sie ganz genau, sind Finanzierungsteile – Parkhaus, Hotel, Büros, Showrooms etc. -, die nicht aus dem Event-Bereich laufen.
Die von Ihnen immer wieder trotz der Ihnen vorliegenden Zahlen in die Welt gesetzten Behauptungen sollten wir – und darum möchte ich wirklich bitten – vielleicht doch auf das reduzieren, was richtig ist. Sie wissen aus den Unterlagen und den Gutachten, die Sie zur Arena haben, wie viele Einnahmen aus dem Betrieb des Innenlebens Schüssel erzielt werden sollen, und Sie wissen, welche Kosten dem entgegenstehen, und Sie wissen, was aus der Mantelfinanzierung kommt. Da die Mantelfinanzierung eine Finanzierung ist, die wir ohne Probleme sehen, sehen wir auch das Risiko reduziert. Wir hatten das auf etwa acht Jahre ausgerechnet. Wenn die Betriebsgesellschaft acht Jahre lang überhaupt nichts betreiben würde und auch nicht mehr bestünde, dann würden die 15 Mio. € aufgezählt werden. Insoweit halten wir das Ganze in der Tat für ein beherrschbares Risiko. Damit sind wir genau in der Debatte, die wir auch im März dieses Jahres hatten.”

Im Klartext: Die Arena, sprich: die Betreibergesellschaft braucht acht Jahre lang keine Einnahmen und wird doch nicht pleite gehen. Wir befinden uns im Jahr Zwei dieser Zeitrechnung.

Nun hat der Rat der Stadt vor kurzem abgelehnt, ohne weiteres einen Zuschuss von 8,5 Mio. € zu genehmigen, um die Insolvenz der Arena abzuwenden. Am vergangenen Freitag hat Erwin die Fraktionen (ausgenommen PDS) eingeladen, um den wahren Zustand der Betreibergesellschaft darzustellen.
“Die LTU-Arena droht zu einem Finanzloch ohne Boden zu werden. Am Freitagabend hatte Oberbürgermeister Joachim Erwin die Fraktionen von CDU-FDP, SPD und Grünen geladen, um ihnen endlich reinen Wein über den finanziellen Zustand der LTU-Arena einzuschenken.
Wie die WZ berichtete, hatten die Fraktionen dies gefordert, sollten sie doch zustimmen, 8,5 Millionen Euro Steuergelder an die Arena-Betreibergesellschaft zu überweisen, um deren Insolvenz zu verhindern. Heute treffen sich die Fraktionen zu internen Gesprächen am Donnerstag ist die entscheidende Sondersitzung des Stadtrats.
Während des Gesprächs zeigte sich, dass nicht, wie immer behauptet, kleine Handwerker dringend auf ihr Geld warten es sind einige große Brocken. Nach Auskunft der FDP-Fraktionschefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann will allein ABB drei Millionen Euro von der Betreibergesellschaft. Pikanterweise gehören ABB aber auch etwa 35 Prozent der Gesellschaft, den Rest hält die Stadt.
Die Stadtwerke warten auf einen sechsstelligen Betrag, ebenso wie das Reinigungsunternehmen Klüh. Und: Die Besitzgesellschaft, die zu 100 Prozent der Stadt gehört, hätte auch gerne 4,5 Millionen Euro um den Kredit für die Baukosten der 218-Millionen-Euro-Arena bedienen zu können. 6,9 Millionen Euro sind jährlich fällig.
(Quelle: WZ-online vom 31.10.2005)

“Die Hauptgläubiger entpuppten sich als Stadtwerke, Dienstleister Klüh, die Parkhausgesellschaft und, verblüffend für Insider, auch der Arena-Mitgesellschafter ABB mit knapp 3 Mio €. Jetzt war auch noch von „Finanzreserven“ die Rede, aus denen man Zins und Tilgung für die Jahre 2004 und 05 zahlen könne.
Noch müssen sich die Teilnehmer mit ihren Fraktionen über das weitere Vorgehen beraten. Aber eins zeichnete sich schon ab: Die 8,5 Mio € müssen geblecht werden, denn es gibt keinen anderen Weg.
(Quelle: EXPRESS.de vom 31.10.2005)

Im Klartext: Die Arena hat aus allen bisherigen Veranstaltungen (Grönemeyer-Konzerte, Tote-Hosen-Konzert, Länderspiel, Bayern-Benefizspiel und insgesamt zehn Fortuna-Spiele) keinerlei Überschüsse erzielt, sondern ein sattes Minus. Durch dieses und durch diverse Bau- und Nachrüstmaßnahmen wurde nicht nur die Reserve von 15 Mio. € aufgezehrt, sondern ein Defizit von mindestens 8,5 Mio. € erwirtschaftet. Die Aussage des OB, dass die Arena maximal 2 Mio. € pro Jahr kosten würde, selbst wenn nicht einmal ein Skat-Turnier dort stattfände, ist also eine glatte Lüge.
Wie es zu diesem Desaster, dass den Düsseldorfer Steuerzahler auf lange Sicht um die 20 Mio. € pro Jahr kosten wird, zeichnet sich ab. Hauptsächlich eine unglaubliche und umfassende Schlamperei der Betreibergesellschaft unter den Geschäftsführern Speck und Muench, dann die Mauscheleien des OB, mit dem er Einkünfte der BG direkt an die Fortuna 95 weitergeleitet hat und schließlich der dringende Wunsch des OB, in der Arena Events abzuhalten, koste es was es wolle.

So wurde das so genannte ‘Soft Opening’ auf den 13.09.2004 vorgezogen. Am Freitag acht Tage vor der Oberbürgermeisterwahl musste das Regionalligaspiel der Fortuna gegen Union Berlin stattfinden, obwohl die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen waren. Das neueste Gerücht zu diesem Ereignis besagt, dass die Arena am Abend des 13.09.2005 weder bau- noch feuerpolizeilich freigegeben war, dass dies erst am Montag, den 16.09.2005 nachgeholt wurde und dass die entsprechenden Dokumente auf den 12.09.2005 rückdatiert wurden. Auch das wird wohl in den nächsten Tagen aufgedeckt werden.


[ von Rainersacht um 22:41 in erwin & konsorten ] [ 0849 x gelesen ] [ es wurde 1x was dazu gesacht ] [  ]

es wurde 1x was dazu gesacht

  1. [...] zeigen, das laut des OB Joachim Erwin sich auch dann kostendeckend trägt, wenn dort nur ein Skatturnier pro Jahr stattfindet. Statt dessen kostet die schmucklose Arena, die sich von den umgebenden Messehallen nur [...]

    [ pingback von Rainer sacht » Kunst in der Arena am 14.07.2007 um 14:12  ]

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