
Es war einer dieser wirklich heißen Tagen, die so selten sind in den kleinen Antillen. Der Passat war nur ein schwaches Lüftchen, die Wolken hatten sich über den Gipfeln von Dominica festgesetzt. Wir wanderten durch den Regenwald zu den Trafalgar Falls und schwitzten. Nur unser Guide blieb unbeeindruckt, er war es gewohnt. Auf dem Rückweg bog der erste Van unserer kleinen Karawane plötzlich ab und fuhr nach einer scharfen Kurve bergauf. Die anderen Wagen folgten, und schließlich hielten wir an einem Haus mit Veranda, das sich als Gasthaus entpuppte. Drinnen gab es einen Tresen, an dem wir uns versammelten. Unser Guide sagte noch: “Try Kubuli, it’s great!” – und wir folgten seiner Empfehlung. Ein besseres Bier habe ich selten getrunken…
Kubuli Beer wird in der Kubuli-Brauerei auf Dominica gebraut, die erst 1995 mit Hilfe des weltweit aktiven Brauereiberatungsunternehmens Brewtech aus Hamburg eingerichtet wurde. Vorher füllte an gleicher Stelle eine Vorgängerfirma Quellwasser für den heimischen Bedarf ab. Das Kubuli Beer wird natürlich mit diesem Quellwasser gebraut – vermutlich eines der besten Wässer der Erde. Und das schmeckt man. Der deutsche Einfluss ist ebenfalls heraus zu schmecken: am ehesten ist das Kubuli mit den modernen Bieren nach Pilsener Art (Brinkhoff’s, Beck’s …) zu vergleichen, es ist jedoch sehr viel frischer und ein bisschen süßer. Nachdem Kubuli anfangs nur auf Dominica verkauft wurde, hat dieses wunderbare Bier Teile der kleinen Antillen erobert – die kleinen grünen Flaschen mit dem etwas altmodischen Etikett findet man jetzt auch auf Guadeloupe und Martinique, St. Lucia, Antigua, St. Kitts, auf den amerikanischen und den britischen Virgin Islands und auf St. Maarten.
Kubuli kommt übrigens von ‘Waitukubuli’, dem ursprünglichen Namen der Kariben für Dominica, die ja von Kolumbus so genannt wurde, weil er sie an einem Sonntag zum ersten Mal betrat. Waitukubuli heißt wörtlich übersetzt: “ihr großer Körper” … was immer damit gemeint sein mag. Inzwischen wird Kubuli Beer auch vom Fass serviert – allerdings nur auf der Insel selbst. Die Brauerei hat gut 50 Mitarbeiter, Braumeister ist immer noch jemand aus Deutschland, vor zwei, drei Jahren war es eine Braumeisterin (deren Namen ich partout nicht mehr finden kann…).
Eine Flasche Kubuli Beer steht bei mir in der Küche. Als Erinnerung an meinen ersten Besuch dort im Jahr 1997.

