
Prinz “Albäär” Erwin vom Fürstentum Düsselnaco ließ das Renngeschehen (klassischer Spochtrepochter-Ausdruck – wobei: DTM und Spocht?) auf den städtischen Prachtboulevard holen. Am Sonntag gab’s die Fahrer und Autos der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) und verkaufsoffen. Man munkelt, es seien 138.000 Zuschauer dabei gewesen.
Nun wohnen wir unweit der Kö – Luftlinie vielleicht 500 Meter. Und waren somit betroffen. Geweckt wurden wir gegen 10:00 durch Hubrschraubergedröhn wie wir es sonst nur von der Bankräubersuche her kennen. Der Helikopter (Oder waren es gar zwei?) erzeugte seinen sinnlosen Krach durchgehend bis gegen 15:00. Schätze, der wurde nur eingesetzt, um von oben die Zuschauer zu zählen und dem durchgeknallten OB in Echtzeit zu melden. Oder wegen der Terroristen, die ja bekanntlich ständig Motorspochtveranstaltungen im Visier haben.
Nachdem wir uns an den Lärm gewöhnt hatten, drehte der Wind auf Nordwest, und so kamen wir auch noch in den Genuss der Rennmotorgeräusche. Aus der Entfernung hören sich Spirtvernichter an wie ausgeflippte Rasenmäher, kein bisschen sexy. Dann hatten alle genug Krach gemacht, und das Volk machte sich mit durchdrehenden Reifen auf den Heimweg. Wer nach Süden muss, kommt bei uns vorbei. Als ich aus Versehen zu dieser Zeit mit dem Hund rausging, konnte ich mühelos eine statistische Erhebung durchführen: Schätzungsweise 60% aller Autos trugen das Kennzeichen BM. Das steht für den Kreis Bergheim, gesprochen: Berscheim. Hierzulande übersetzt man die Abkürzung mit “Blechmörder”. Nun muss man wissen, dass unter anderem das Örtchen Kerpen (gesprochen: Kärrpn) in diesem Kreis liegt – wie man weiß ist das Ort, an dem die Schumachers aufgewachsen sind, also der Standort dieser legendären Gokart-Bahn. Bisschen weiter westlich findet man die Käffer, die solch tumbe Typen wie einen Heinz Harald Frentzen und einen Nick Heidfeld hervor gebracht haben. Deren Kennzeichen (DN für Düren, MG für Mönschenjlabbach, HS für Heinsbersch) machten weitere 30% aus.
Wer aufgebrezelte Mantaverschnitte erwartete, sah sich getäuscht: Blank gewienerte, dezent besohlte 3er-BMWs waren in der Mehrheit. Dazu diverse Mercedes-Modelle – vom Spießer-SLK bis zum Idioten-C-Sportcoupé – und dunkelblaue Audi 80, Opel Vectra und Ford Wasweißich. In Relation zum üblichen Alltagsdurchgangsverkehr fehlten radfahrermordende SUVs und Vans völlig.
In den genannten Landkreisen im Dreieck zwischen Aachen, Köln und Düsseldorf fristen alles in allem rund 1,1 Millionen Dumpfbacken ihr sinnloses Leben zwischen Formel-1-Ferrari-Schumi-Wahn und ganzjährigem Karnevalssuff. Davon sind etwa 30% im krachfähigen Alter, macht 350.000. Ein Drittel davon machte grad Urlaub auf Malorza oder Ibitza, ein weiteres Drittel ist durch Köln geirrt, der Rest war auf der Kö.
Subventioniert hat diese Ansammlung von Kleingeistern mit einem IQ von maximal einem Drittel der PS-Zahl ihrer Kiste der Düsseldorfer OB. Die Veranstaltung dürfte rund eine halbe Mio Euronen gekostet haben. Dafür war – wie gesagt – verkaufsoffen. Wenn die Faustformel stimmt, dass man 110 Euro Mehrumsatz erzielen muss, damit 1 Euro Gewerbesteuer zusätzlich fließt, dann hätte am Sonntag etwa 55 Millionen Euros mehr in die Registrierkassen der Billigläden an der Kö fließen müssen. Macht 389 Euro pro Besucher, was in etwa dem Preis für ein Paar Schuhe in den dortigen Läden entspricht. Leider konnte ich nicht sehen, ob die Lemmingkarawane Richtung Stumpfsinn neu beschuht in ihren Schüsseln saß.
Das Beste an diesem sinnlosen Krachfestival (Dann schon lieber AC/DC auf dem Corneliussplatz!) war, dass man ab 17:30 nix mehr davon gemerkt hat. Wen aber unser OB mit seiner Realitätsallergie tatsächlich ein echtes Rennen in die Stadt holen will, dann geh ich in den bewaffneten Untergrund. Diese scharfkantigen, vierfüßigen Dinger, an den jeder Autoreifen ein jähes Ende findet, kann man für kleinstes Geld in großen Mengen kaufen – und dann auf der Rennstrecke nach Herzenslust verstreuen. Wer macht mit?


Prinz “Albäär” Erwin vom Fürstentum Düsselnaco ließ das Renngeschehen (klassischer Spochtrepochter-Ausdruck)?
Huuui! Auch hier werde ich zitiert. ;-)
Übrigens: An gleicher Stelle steht auch, dass sich das “Milchmädchen” wohl verrechnet hat.
[ gesachtes von koelner am 27.03.2006 um 14:40 ]
Ja, das ist richtig – die genannten Formulierungen stammen vom lieben Koelner, dem Stadtler&Waldorf in einer Person im Diskussionforum (Difo) der Düsseldorfer Fortuna.
Sachma: Kommen die Berscheimer auch immer nach Kölle zum Glotzen und Shoppen?
[ gesachtes von Rainersacht am 27.03.2006 um 15:04 ]
[...] Heimat durch dem dieser Stadt vorturnenden Demokratieallergikers. Sondern ein Ereignis, das der letztjährigen DTM-Präsentation auf der Königsallee so zu sagen das Krönchen für die sensations- und [...]
[ pingback von Rainer sacht » Autos müssen brennen für die Umwelt am 05.04.2008 um 13:42 ]