Was bisher geschah: Ein Oberbürgermeister explodiert, ein Polizeipräsident macht sich Gedanken. Die Fans wissen, wer es war, aber der Kommissar tappt noch im Dunkeln. Der OB-Nachfolger sucht seine Chance, und ein Lokalreporter will alles wissen. Der Kommissar denkt nach, während sein Hauptkommissar eine polnische Putzfrau bei der Arbeit beobachtet.
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Eine polnische Putzfrau, die eigentlich Agraringenieurin war, und ein Hauptkommissar aus dem Hessischen, den es in die Hauptstadt eines fremden Bun-deslandes verschlagen hatte, begegneten sich im VIP-Raum der Arena. Sie trug den dunkelgrünen Kittel der Reinigungsfirma, hatte das lange, dunkle Haar aufgesteckt und war nicht geschminkt. Heiner Himboese sah, dass sie etwas mit einem Lappen abwischte und auf ihn zukam. Danuta lächelte, und er verliebte sich. In ihre leicht schräg geschnittenen Augen zuerst. In das schmale Gesicht mit der hohen Stirn. In ihren breiten Mund. Schritt für Schritt kam sie näher, Schweiß bildete sich in seinen Handflächen, er versuchte cool aussehen, aber zog unwillkürlich eine Grimasse. Schlank war sie, fast dünn, die Details verhüllte die Berufskleidung. Dann stand sie vor ihm und hielt ihm hin, was sie gefunden hatte. „Da,“ sagte sie. Er nahm das Ding, ohne den Blick von ihrem Gesicht abzuwenden. „Heiner Himboese, mein Name,“ kam es von seinen Lippen. Sie gab ihm das eingeschweißte Dokument. „Danuta Bruczynski. Ich putz hier immer.“ Der Hauptkommissar fühlte das feuchte Kunststoffteil in seiner feuchten Hand. „Gibt Belohnung?“ fragte sie und zog die Stirn in Falten, sodass ich er sich endgültig verliebte.
Er blickte auf seine Hand hinunter und erkannte einen Personalausweis. Ein Ausweis, dachte er, wie schön, sie hat einen Ausweis gefunden. „Möchten Sie auch was trinken?“ Danuta nickte. „Was?“ Sie schob die Unterlippe über die Oberlippe: „Weiß nicht. Wein?“ Himboese griff über den Tresen und zog eine Flasche Bier aus dem Kühltrog. Fand auch einen Öffner und schnippte den Kronkorken von der Öffnung. „Bitte.“ Danuta nahm einen winzigen Schluck. „Ist das wichtig, was ich gefunden hab?“ Jetzt erst warf Himboese einen genaueren Blick auf das Dokument. Peter Harry Schmitz, las er und sah ein rundes, rheinisches Gesicht vom Passfoto grinsen. „Ja, ich denke schon.“ Sie nickte zufrieden: „Dann gibt es Belohnung.“ Der Kriminalbeamte nickte im gleichen Takt bis er die Frage verstanden hatte. „Ja, nein, ich weiß nicht, das muss noch festgestellt werden. Was machen Sie, wenn Sie hier fertig sind?“ Die Putzfrau betrachtet ihre Fußspitzen. „Nachhause gehen. Oder?“
Ihr gefiel der Mann. Er war groß und blond und hatte ein freundliches Gesicht. Dann lächelte er. Danuta war sich nicht sicher, aber unterhalb ihres Brustbeins kribbelte es verdächtig, und sie griff sich ins Haar. „Bin gleich fertig. Nehmen Sie mich mit in die Stadt?“
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Wenn Greiper die Decke auf den Kopf fällt oder im Sommer der Himmel über seiner Terrasse, dann geht er um die Ecke ins Kragster. Man könnte den Laden eine Kneipe nennen, aber dafür ist die Musik zu schräg, der Wirt zu wenig Wirt und das Publikum zu hip. Ganz früher hieß das Kragster einmal Zum Heinz und war dunkelbraun. Dann fiel es in die Hände der Hard-Rock-Fans und wurde in Raffriff umbenannt. In den frühen Achtzigern kam es zu einer freundlichen Übernahme durch lila Latzhosenträger und bekam den Namen Wunderbaum. Dann hieß es Wohnzimmer, etwas später Café Cameleon, und dann kam ein Typ, der als Bartender auf deutschen Kreuzfahrtschiffen gescheitert war. Er versuchte den Laden zum In-Treff für Werbefuzzis zu machen, scheiterte aber grandios.
Der Kommissar war immer Stammgast gewesen. Nachdem nun ein Schlagzeuger von knapp fünfundzwanzig den Laden übernommen hatte, um endliche eine Kneipe zu haben, aus der er nicht mehr rausgeworfen werden konnte, fühlte er sich immer sehr alt, wenn er auf ein paar Biere vorbeischaute. Jetzt saß er auf seinem Stammplatz ganz hinten beim Billardtisch und dachte an nichts.

