
Das ist die Pina. Und das ist die Corneliusstraße aka “Giftmeile“. Das sieht der Hund, wenn wir aus dem Tor kommen und nach links abbiegen. Auf dem Bild wirkt das idyllischer als es ist. Denn rechts vom Grün rauscht der Verkehr in die Stadt. Die Menschen aus Bergheim, Neuss und anderen langweiligen Orten suchen ihr Vergnügen in Düsseldorf. Weil die Corneliusstraße eine Einfallstraße ist, fallen hier die Leute ein. Und zwar zügig. Deshalb ist es auch laut. Pina mag das nicht, hat sich aber daran gewöhnt, dass vor jedem Spaziergang eine Strecke von knapp hundert Metern mit Lärm zu ertragen ist.
Zwei Häuser weiter gibt es einen Chinesen. In den anderthalb Jahren seit wir hier wohnen, versucht gerade der dritte Inhaber sein Glück. Der erste hielt drei Monate durch, der zweite ein halbes Jahr. Nachdem der aufgegeben hatte, wurde erstmal renoviert. Draußen sieht man das an der nun blaugrün gestrichenen Fassade und dem Klinkersockel. Drinnen ist es noch schlimmer als vorher. Aus einem schwer nachvollziehbaren Grund hat der neue Besitzer anfangs Schaufenster und Tür mit Folie undurchsichtig gemacht. Offensichtlich ist deshalb in den ersten drei Wochen niemand in den Laden hinein gegangen. Jetzt ist nur noch die Tür dicht, das Schaufenster ist nur noch bis knapp unter Augenhöhe beklebt. Trotzdem geht da niemand rein. Jetzt wurden drei Maßnahmen ergriffen: Ein Zettel an der Tür gibt Öffnungszeiten bekannt, tagsüber steht ein Speisekarteständer vor dem Eingang, und auf den unteren Teil der Fensterscheibe haben sie einen Riesenaufkleber angebracht. “Café Finale” sagt der – auch ein Versuch, auf der WM-Welle zu reiten. Trotzdem…
Dabei war das Scheitern vorhersehbar. An der nächsten Ecke gibt es gleich zwei Asia-Imbissläden. Der eine existiert schon seit fast zwnazig Jahren mit gutem Erfolg, der andere hat sich in den letzten Jahren auch schon etabliert. Wie, frage ich mich, konnte jemand darauf kommen, dass hier auf hundert Metern noch ein dritter China-Imbiss eine Chance hätte?
Pina interessiert das weniger, weil sie schnell um die Ecke will, dann rasch die Kirchfeldstraße hoch, am Fürstenplatz vorbei und in die Phillip-Reis-Straße einbiegen. Denn dann ist es nicht mehr weit bis zur Baustelle und der Düssel.
gesachtes vom 20.05.2006
Gassigehn (1)
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