Du gehst durch die Fußgängerzone einer Kleinstadt, die ein bisschen wie Hannover ist. Links und rechts der modern möblierten Straße liegen schnuckelige Fachhandelsgeschäfte. Da gibt es Elektrogeschäfte, Radio-Fernseh-Geschäfte, einen Laden für Waschmaschinen, Kühlschränke und dergleichen sowie ein paar nette Lädchen, in denen man Langspielplatten und Videos kaufen kann. Es riecht nach siebziger Jahren, aber an der Kleidung der Passanten erkennst du, dass du in der Jetztzeit träumst. Außerdem plärren aus den Lautsprechern an den Laternenmasten irgendwelche dummdeutsche Rap-Songs. Du siehst die die Auslagen an und bist friedlicher Stimmung.
Plötzlich hält dir ein schmächtiges Kerlchen im roten Trainingsanzug ein Mikrofon unter die Nase und fordert dich auf, die Nationalhymne zu singen. Er hat Triefaugen und sabbert ein bisschen aus den Mundwinkeln. Könnte Sohn von Eltern sein, die vor der Sparkasse den Wachturm anbieten, denkst du. Du reagierst nicht, und der Hänfling bedrängt dich. Eigentlich willst du ihn ignorieren und weitergehen, aber er hat das Mikrofonkabel so um deine Füße gewickelt, dass du stolpern würdest. Du warnst ihn; einmal, zweimal, dreimal. Und schlägst du ihm mit einem Faustschlag sämtliche Zähne ein. Das dunkelrote Blut tropft aus seinen Mundwinkeln auf den grellroten Trainingsanzug.
Du befreist dich vom Kabelsalat und willst weiter. Da steht der nächste Typ im roten Trainingsanzug vor dir. Und dann noch einer und noch einer und noch einer. Dann merkst du, dass du der einzige Mensch in der Fußgängerzone bist, der keinen grellroten Trainingsanzug trägt und kein Mikrofon bei sich trägt. Du flüchtest in einen Laden, wo dich das Personal vor den roten Horden schützt.
gesachtes vom 28.09.2006
Traumstichworte (31): Fußgängerzone
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