
Ach, du weißt NICHT, was Second Life ist? Wochenlang keine Zeitung gelesen? TV boykottiert? Internet kalt gelassen? Denn wer in den vergangenen sechs Wochen ein Auge auf die Medien hatte, der konnte Second Life nicht entgehen. Second Life ist ein MMORPG, das so tut, als sei es eine Simulation des echten wahren Lebens – also ein Computerspiel, das man im Internet spielt. Beschreiben lässt sich SL (so die von Insidern gern in Real-Life-Konversationen eingestreute coole Abkürzung: “Du, gestern hab ich im SL doch tatsächlich den Avatar von Campino kennen gelernt…”) ganz grob so: Wenn man Mitglied geworden ist, dann kriegt man einen virtuellen Doppelgänger (Avatar), den man gestalten kann, für den man Sachen kaufen kann und mit dem man anderen Avataren begegnen kann. Außerdem kann man in SL Sachen kaufen und verkaufen. Wenn man richtig doll verkaufen will, muss man einen Mitgliedsbeitrag bezahlen. SL ist nix anderes als die Simulation des entfesselten Turbokapitalismus mit 3D-Grafik.
Die Berichterstattung über SL – besonders in den von dummen & faulen so genannten “Journalisten” vollgeschmierten deutschen Medien – war und ist sehr freundlich. Was nicht darauf schließen lässt, dass SL ne tolle Sache ist, sondern dass die Macher von SL viiiiiiel Geld für PR ausgeben. Übrigens: Die Macher von Second Life, das sind die Jungs eines Unternehmens namens Linden Lab, ein Haufen echt cooler Freaks, die einfach mal gucken wollten, ob man so was hinkriegt wie SL, ne, du…
Bei Linden Lab geht’s um Kohle, um viel Kohle, um sehr viel Kohle; in SL geht’s dagegen um Kohle, einfach nur um Kohle. Der Schlüssel dazu ist, dass es in SL eine eigene Währung gibt, den Linden-Dollar (L$). Und den kann man mit echten US-Dollars ($) kaufen und in echte $$$ zurücktauschen. Den Wechselkurs bestimmt, …na? wer wohl? Richtig, die Linden-Crew. Die kassiert auch die Beiträge von Premium-Mitglieder. Solche Premium-Mitglieder sind übrigens nicht nur Privattypen, die Spaß haben wollen, sondern zunehmend auch Unternehmen und Organisationen, die Fillialen in SL einrichten (und dafür richtig viel Geld an Linden Lab zahlen).
Einen Gewinner der SL-Kiste haben wir also schon: Linden Lab. Schätze, die werden in den nächsten Monaten ihre Nutzerzahlen weiter massiv hochlügen und dann an die Börse gehen. Ein paar Monate später werden sie den ganzen Kram dann an Google verkaufen oder an Sony oder wennauchimmer.
Angeblich gibt es aber auch Gewinner unter den Mitgliedern. Die Linden-PR-Maschine hat dazu Anshe Chung erfunden instrumentalisiert. Die Legende der Ailin Graef (so angeblich der “richtige” Name der SL-Millionärin) wie sie von Linden-Lab-Mitarbeitern auf Wikipedia beschrieben wird, folgt dem Muster einer Seifenoper. Angeblich hat Frau Graef (eine Chinesin aus den Philippinen, die einen Deutschen geheiratet haben soll…) schon vor 1999 in anderen MMORPGs virtuelle Vermögen angesammelt, wollte aber einen armen (schluchz!) Jungen (doppel-schluchz!!) aus den Philippinen (trippel-schluchz!!!) mit echtem Geld unterstützen und entdeckte deshalb SL für sich.
Anfangs soll sie hauptsächlich Schulungen in virtuellem Sex erteilt haben, SL-Neulingen also beigebracht haben, wie man in SL fickt. Dazu hat sie aller Wahrscheinlichkeit nach auch erotisch gechattet ihre virtuellen Öffnungen hingehalten. Dann hat sie allerlei Ausstattungskram für andere gebastelt und verkauft. Dabei soll sie soviel Geld verdient haben, dass sie ganz dick ins SL-Immobiliengeschäft eingestiegen ist. Man kann nämlich in SL Inseln kaufen und die Parzellen weitervermieten und -verkaufen. Das alle soll so gut gelaufen sein, dass Ailin und ihr Mann Guntram im Februar 2006 die Anshe Chung Studios, Ltd. in Hubei, China gegründet haben sollen. Im November vermeldeten dann die Anshe Chung Studios, dass sie angeblich in SL ein Vermögen angehäuft hätte, dass im First Life mehr als einer Million US$ entspräche.
Diese Nachricht war genau das, was die dummen & faulen US-Journalisten, die samt und sonders keinen Schimmer hatten, worum zum Teufel es in SL geht, suchten. Also sprangen die wesentlichen Medien – von Business Week bis CNN – im Dezember 2006 darauf an. Die deutschen Schreiberlingen hoppsten dann im Januar 2007 – natürlich ohne jede eigene Recherche – auf diesen Zug auf. Zur Freude aller SL-Kritiker wurde ein virtuelles Interview mit Anshe Chung von SL-Guerillas sabotiert: Während der Life-Übertragung regnete es plötzlich Hunderte virtueller Pimmel, die Sendung wurde abgebrochen. Guntram, der Anshe-Gatte, setzte darauf allerlei Abmahnsäue in Marsch, die die Verbreitung eines Videos der missglückten Show verhindern sollten.
Die Journaille glaubt diesen ganzen Scheiß. Sie glaubt auch, dass SL jetzt mehr als zwei Millionen Mitglieder hat. Dabei haben zahlreiche Kritiker berechtigte Zweifel an den Zahlen angemeldet, die Linden Lab auf der SL-Startseite zeigt und auch sonst kommuniziert. Selbst wenn es stimmt, dass sich mehr als zwei Millionen verschiedene Individuen dort angemeldet haben, dann zeigen die Aktivitätsdaten (die Linden Lab dummerweise ebenfalls anzeigt…), dass maximal 100.000 Menschen weltweit wirklich aktiv sind im Zweiten Leben. Das liegt einserseits daran, dass SL nicht gut funktioniert und die Systeme nicht selten ausfallen, und andererseits daran, dass man so etwas wie Spielspaß in SL nur findet, wenn man richtig viel Zeit investiert – und das heißt: 15 bis 25 Stunden pro Woche! Nur dann lernt man, wie man sich in SL bewegt, wie man seinen Avatar aufhübscht und was “erlebt”. Für die hochaktiven SLer (die so genannten “Residents”), also diejenigen, die dort Geschäfte machen, ist SL ein Fulltime-Job mit echten 40-und-mehr-Stunden-Wochen.
Weiter stellt sich die Frage, was man denn vom virtuellen Reichtum hat, den man in SL anhäufen kann. Wenn Anshe Chung angeblich mehr als eine Mio US$ in SL besitzt, dann entspricht das Grundbesitz im Werte von ca. 250 Mio Linden$ und damit vermutlich einem Anteil von 10 bis 20 Prozent am SL-Bruttosozialprodukt. Was würde passieren, wenn Ailin und Guntram versuchen würden, die Linden$ in echte Dollars zu tauschen? Eine Währungskrise unvorstellbaren Ausmaßes wäre die unvermeidliche Folge. Überhaupt: Die Volkswirtschaft von SL… Am 27. Januar 2007 hat der Journalist Randolph Harrison auf seinem Blog mit dem schönen Namen Capialism 2.0 einen Beitrag über SL verfasst, in dem er nachweist, dass Second Life (zumindest was seine Wirtschaft angeht bzw. die Beziehung zwischen der virtuellen SL-Wirtschaft und dem Geldkreislauf in der Echtwelt…) nichts anderes ist als ein Pyramidenspiel, eine Art Kettenbrief, ein Strukturvertrieb, bei dem die nachrückenden Bewohner die Gewinne der Alteingesessenen refinanzieren. Und dass diese “Volkswirtschaft” über kurz oder lang zusammenklappen wird.
Ich teile Harrisons Meinung. Wenn aber SL ein Kettenbrief ist, dann werden die derzeitigen Medieneffekte klar. Linden Lab MUSS die Zahl der Mitglieder dramatisch steigern, das ist klar. Linden Lab MUSS aber vor allem die Zahl der ZAHLENDEN Mitglieder steigern! Denn die finanzieren den Hype! Und von diesem Hype profitiert im Wesentlichen das Ehepaar Graef. Und jetzt möge doch bitte ein echter Journalist (also einer, der weder dumm, noch faul ist…) daherkommen, der der chinesischen Sprache mächtig ist, sich Zugang zum Handelsregister der Stadt Wuhan verschafft und überhaupt checkt, in welcher geschäftlichen Beziehung Phillip Rosedale von Linden Lab und Guntram Graef von den Anshe Chung Studios (ACS) stehen. Würde mich persönlich überhaupt nicht wundern, wenn Herr Rosedale an ACS, und die Eheleute Graef an Linden Lab beteiligt sind.


Ich habe mich – angeregt durch die allumfassende Berichterstattung – auch mal vor ein paar Wochen in SL herumgetrieben.
Abgesehen von der jämmerlich ruckeligen Graphik hat mir die Zwangsläufigkeit von Zahlungsmitteln für alles und jeden Quatsch am meisten gestunken. Wenn ich mit Menschen in Kontakt treten möchte, bin ich entweder mit einem Telefon, vor meiner Haustür oder in einem Textchat schneller am Ziel als in dieser seltsamen Kunstwelt mit ihren sehr geldlastigen Handlungsweisen.
Dein Artikel bestätigt mich darin, daß meine vollständige Abmeldung genau richtig war. Diese seltsamen Erfolgsstories hatten wir doch schon mal, solange ist die dotcom-Blase doch noch gar nicht her?!?
[ gesachtes von Macsico am 12.02.2007 um 19:59 ]
[...] hat sich ein wenig umgeschaut und berichtet auch mal ein wenig hintergründiges über SL! Z.B. Die Second-Life-Lüge und auch Second Life = Dark [...]
[ pingback von |► bigBONG ◄| am 13.02.2007 um 16:38 ]
[...] Macsico zu: Die… [...]
[ pingback von Rainer sacht » Second Life = Sekte? am 18.02.2007 um 13:56 ]
[...] Rainer sacht » Die Second-Life-Lüge … interessant … (tags: web20 internet spiele netzwelt) [...]
[ pingback von links for 2007-02-20 | Endl.de | Zielpublikum Weblog am 21.02.2007 um 08:04 ]
[...] RainerSachts Rant über SL bin ich auf einen Artikel gestoßen, der ebenfalls über SL schreibt und nach [...]
[ pingback von Basic Thinking Blog » Second Life: ein Pyramidenspiel? am 21.02.2007 um 10:18 ]
[...] Life hoffnungslos überhöht dargestellt werden. Wer das nicht wahr haben will, liest hier, hier, hier oder hört vor allem [...]
[ pingback von Web 2.0: Offline: Second Life auf kubitz.net | projekte | konzepte | sinnvolles handeln am 22.02.2007 um 10:20 ]
[...] präsentiert deutschsprachige DVD: Die Fibel für das zweite Leben – rainer sacht: Die Second-Life-Lüge – Basic Thinking: virtuelle Restaurantkritiken und Second Life [...]
[ pingback von SL: Ohne Reiseführer durch Second Life | Endl.de | Zielpublikum Weblog am 22.02.2007 um 16:19 ]
Hi,
ich fasse mal mein Kommentar auf deine letzten drei Artikel zum Thema Second Life hier zusammen.
Anhand des Rant-Charakters verzichte ich auf Fusselkorrekturen und versuche mich auf zentrale Punkte zu beschränken.
Du schreibst über die Wirtschaft von Second Life etwas widersprüchlich… Du kritisierst die finanzorientierten Geschäftsmodelle, und teilst dennnoch pauschal Harrisons Meinung. Nun ist der aber gerade als Finanzer drangegangen, hat versucht, $10.000 reinzustecken und hat dann gesehen: Nanu, da kommt ja garnicht viel mehr wieder raus als das, was man eingetauscht hat… Das wäre ja gar keine Wirtschaft, wenn man da mit Geld alleine nichts verdienen kann… Ich teile eure Einschätzung nicht, dass es sich um einen Kettenbrief oder ein Pyramidenspiel handelt (eigentlich nichtmal Multilevelmarketing, siehe Wikipedia). Aus meiner Sicht fehlt der entscheidene Aspekt, dass im Pyramidenspiel die Leute deutlich Geld ausgeben müssten, um dann automatisch und ohne Aufwand sehr viel Geld zu bekommen. Dann könntest du genauso unsere aktuelle Wirtschaftsform als Pyramidenspiel bezeichnen… Gerade die Geldwechselei sehe ich eher als Kombination zwischen Aktienanteilskauf und Entwertungsvorsorge. Bill Gates kann auch seine Aktien nicht zu Geld machen (aber vermutlich Kredite drauf aufnehmen, wenns eng wird in der eigenen Börse). Und ich denke, durch die Geldmengenbeschränkung pro Tag wird auch Geldwäsche im großen Stil mühevoll und dadurch unattraktiv, wie im realen Leben.
Second Life als (Turbo-?)Kapitalismus zu bezeichnen mag sein, in Second Life ist die Teilnahme freiwillig. Und auch der Vergleich zwischen kommerzieller und OpenSource-Software läßt sich anwenden: du kannst in Second Life vieles selbst machen und dann auch potentiell Geld damit verdienen, aber wenn du es bequemer oder schon fertig haben willst, muss jemand anderes für dich die Arbeit machen oder schon mal gemacht haben.
Ich glaube, Second Life ist eine Kombination aus Barbiepuppen(besonders, wenn man den Avastar liest), Holzbaukasten und Schickeria auf der einen Seite und einer Kommunikationsveränderung mit dem Potential wie weiland die Interneteinführung.
Dass die Lindens und wen du noch dazu rechnest, da den Markt durch Größe besetzen wollen, ist kapitalistisch normal, weil richtig große Firmen sonst ratzfatz über sie drüber brettern können (und mit dem Hype sicher auch starten werden).
Zu den Journalisten (auch die in der Titanic erwähnten): ich denke schon, dass es in der deutschen Journalistenlandschaft noch den einen oder anderen investigativen Journalisten gibt, der echten Ungereimtheiten nachrecherchiert hätte (der Spiegel erschien ja erst nach deinen Artikeln). Ansonsten könntest du ja mit deiner Vorannahme keine Zeitung mehr lesen, weil wenn hier dumm, dann immer dumm, oder?
Soweit fürs erste
Zeiworg
[ gesachtes von Zeiworg am 22.02.2007 um 18:55 ]
[...] Rainer sacht » Die Second-Life-Lüge [...]
[ pingback von YAMB.BETA² » Links vom 22.02.2007 [del.icio.us] am 22.02.2007 um 23:22 ]
@Zeiworg: Danke für deine differenzierte Darstellung – ich würde mir wünschen, dass sich mehr Leute, die echte SL-Erfahrung haben (also KEINE JOURNALISTEN) hier zum Thema äußern würden. Das Ding ist zu gefährlich, als dass man es einfach so hinnehmen dürfte.
[ gesachtes von Rainersacht am 23.02.2007 um 00:04 ]
links for 2007-02-23…
Spreeblick » Blog Archive » Virtueller Realitätsabgleich
Äpfel und Birnen: SL ist eine neue Generation von Netzapplikation, während #’gay Romeo’ Dating ist. (oder was weiß ich )
(tags: icommented 3d spreeblick.com second life secondli…
[ trackback von Digitale Tage am 23.02.2007 um 02:26 ]
[...] Die Second-Life-Lüge (tags: second_life secondlife web2.0 lüge medien) [...]
[ pingback von links for 2007-02-23 auf F!XMBR am 24.02.2007 um 00:39 ]
Hi,
In der Tat ist es dieser Tage manchmal unerträglich, die Zeitung aufzuschlagen und die schlecht recherchierten Beiträge von “Jounalisten” über Second Life zu lesen.
Leider enthält aber auch dein Beitrag einige Fehler:
1) “Wenn man richtig doll verkaufen will, muss man einen Mitgliedsbeitrag bezahlen.”
Leider falsch: Ein kostenpflichtiger Premium-Account bringt einem User gegenüber einem kostenlosen Basis-Account keine wirklichen Vorteile. Man zahlt zwischen 6 und 9,95 US$ im Monat und erhält dafür ein kleines Stipendium an Lindendollars, das Recht virtuelles Land von Linden Lab zu erwerben sowie die Möglichkeit, ein winziges Stückchen virtuelles Land ohne monatliche Gebühr zu besitzen.
Nur wer ein eigenes Haus haben will, benötigt Land und dieses kann man von anderen SL-Bewohnern kaufen oder mieten, ohne eine Premium-Mitgliedschaft zu haben.
Letztendlich kann man mit einem kostenlosen Account in Second Life alles machen: Bauen, Geld ausgeben und Geld verdienen, Chatten, Musik hören, Videos anschauen etc. Vieles davon ist kostenlos, für anderes muss man Lindendollars zahlen, die dann aber an andere SL-Bewohner gehen aber nicht an Linden Lab.
Wer in Second Life viel Geld verdienen will muss vor allem kreativ und fleißig sein, ein Premium-Account bringt einem diesbezüglich keine Vorteile.
2) “Was nicht darauf schließen lässt, dass SL ne tolle Sache ist, sondern dass die Macher von SL viiiiiiel Geld für PR ausgeben.”
Leider falsch: Die Journalisten schreiben vor allem über Second Life, weil es ein Medienhype ist. Es wird darüber geschrieben, weil darüber geschrieben wird. So etwas nennt man selbstreferentiell. Und es wird vor allem von den Kollegen abgeschrieben und nicht aus Pressemitteilungen von Linden Lab. Deshalb hält sich in der deutschen Journallie auch hartnäckig die Falschinformation, dass Second Life 1999 gestartet wurde. Stimmt aber nicht, nach Angaben von Linden Lab wurde es 2003 gelauncht und das Beta-Testing begann im November 2002. Wenn also Linden Lab so viiiiiiel Geld für PR ausgeben würde, wären dann nicht wenigstens die Fakten in der Berichterstattung korrekt?
3) “dass man so etwas wie Spielspaß in SL nur findet, wenn man richtig viel Zeit investiert – und das heißt: 15 bis 25 Stunden pro Woche! Nur dann lernt man, wie man sich in SL bewegt, wie man seinen Avatar aufhübscht und was “erlebt”.”
Leider falsch: Spielspaß erlebt man sofort, wenn man Freude am Entdecken, Gestalten und auch am Leute-Kennenlernen hat. Ich persönlich halte mich durchschnittlich 5 Stunden pro Woche in Second Life auf und habe trotzdem Spaß. Es liegt also nicht an der investierten Zeit, ob man Spaß hat, sondern ob man mit den angebotenen Möglichkeiten etwas anfangen kann. Und das mag nicht jedermans Ding sein. Auch nicht alle Mädchen lieben Barbie-Puppen.
Ich habe übrigens eine Full-Time-Job mit mehr als 40 Stunden in der Woche.
4) “Für die hochaktiven SLer (die so genannten “Residents”), also diejenigen, die dort Geschäfte machen,…”
Leider falsch: Als “Residents” werden alle Nutzer von SL bezeichnet, nicht nur diejenigen, die dort Geschäfte machen.
Zum Thema Pyramidenspiel hat ja Zeiworg schon etwas gesagt, dem ich mich im Wesentlichen anschließe.
Fazit: Man sollte den aktuellen Medienhype zu Second Life sicherlich kritisch hinterfragen. Aber: Bitte das nächste Mal besser recherchieren. Das erhöht die Glaubwürdigkeit.
Und übrigens: Ich bin sicherlich kein Sektenmitglied, auch wenn ich deine Meinung nicht teile. Mir macht Second Life im Moment einfach Spaß und es gibt schlechtere Möglichkeiten, sich kalte Winterabende zu gestalten. Im Sommer sieht das sicherlich wieder anders aus.
Ich halte das Konzept von Second Life für tragfähig. Ob Linden Lab das Rennen macht, oder eine etablierte Spielefirma wie Blizzard, Sony oder Electronic Arts, sollten diese auf den Zug aufspringen, steht auf einem anderen Blatt.
Schöne Grüße
silke_x
[ gesachtes von silke_x am 24.02.2007 um 16:27 ]
Hi Silke, vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag, zu dem ich folgendes sagen möchte:
1) Richtig doll Geld: Die angeblichen “Vermögen”, die nicht auf Einnahmen aus semi-kriminiellen oder illegalen Geschäftsmodellen (Prostitution, Glücksspiel) beruhen, wurden laut der Linden- und der ACS-PR mit Immobilien gemacht, was wiederum nicht unerhebliche Investitionen echter Dollars erfordert.
2) Sowohl Linden Labs als auch ihre Zweigestelle Abshe Chung Studios geben richtig viel Geld für PR aus, denn ein Medienhype entsteht nicht von selbst, sondern nur, wenn er per PR gestartet wird. Zur PR gehört auch, dass Journalisten nach SL eingeladen werden und dort kostenlose Premium-Accounts bekommen.
3) Das mit den “angebotenen Möglichkeiten” musst du mir noch mal erklären – meinen Avataren wurde bisher nichts angeboten außer Sachen, für dich blechen sollte.
4) Stimmt. Da habe ich mich vertan.
In Sachen “Pyramidenspiel”, “Schneeballsystem” etc verweise ich auf den zitierten Artikel, in dem ein Wirtschaftsjournalist NACHWEIST, dass nur Linden profitiert, weil man Gewinne ab einer gewissen Größenordnung nicht mehr profitabel in echte Dollars konvertieren kann, weil Linden den Wechselkurs manipuliert, sobald jemand versucht, substanzielle Beträge einzutauschen.
Letztlich bleibt die Frage: Warum lügen die Betreiber dauerhaft und massiv? Zum Beispiel über die Zahl der aktiven Bewohner? Oder über die Geschäftsbeziehung zwischen Linden Labs und ACS? Oder über das Problem der Rekonvertierung von L$?
[ gesachtes von Rainersacht am 24.02.2007 um 17:40 ]
[...] mit antiquierter 3-D-Grafik jemals so dermaßen gehypet wurde.”. Rainer sachte dies und das. Findiger Denker schmiedeten die einen oder anderen Masterpläne. Ein Heute-Reporter [...]
[ pingback von medienlese » Blog Archiv » medienlese - der Wochenrückblick am 25.02.2007 um 16:23 ]
kein schlechter Artikel. Leider fehlt manches, was die verhasste Journaille so auszeichnet – etwa guter Stil + korrekte Orthographie – ausserdem ist das Ganze etwas ueberspitzt, emotional + subjektiv + laesst eben auch konkretes Faktenwissen missen, – das Ding ist aber: wahrscheinlich hat er mit vielem, wenn nicht dem Meisten recht. So funktioniert die Chose, also solche, eben meistens. Und nicht zuletzt die tatsaechlich kritiklose Hype-Verlinkung durch alle Blaetter hindurch hat auch mich aufhorchen lassen + abgeschreckt. Don`t believe the hype und ferngesteuerten Zeitfressmaschinen!
[ gesachtes von heinz am 25.02.2007 um 20:32 ]
@heinz:
Stil ist Geschmacksfrage, und für korrekte Orthografie habe ich keine Zeit, weil ich mir nämlich herausnehme, überspitzt, emotional und subjektiv zu schreiben. Die Scheinobjektivität überlasse ich den dummen & faulen Journalisten, die sich von SL haben korrumpieren lassen.
[ gesachtes von Rainersacht am 25.02.2007 um 21:42 ]
>und für korrekte Orthografie habe ich keine Zeit
[ gesachtes von heintje am 27.02.2007 um 17:41 ]
Das Wirklich Traurige am ganzen “Second Life”-Fiasko in den deutschen Medien ist ja, daß man quasi seine gesamte Recherche auf der “Second Life”-Website selbst durchführen könnte: http://www.andreas-lazar.de/2007/03/third-rate-in-second-life
[ gesachtes von Andi am 07.03.2007 um 20:28 ]
[...] Armutszeugnis ist auch die journalistische Berichterstattung im Zusammenhang mit SL, was nicht nur Rainer Sacht, sondern auch mir aufgefallen [...]
[ pingback von SECOND LIFE ./. REAL LIFE @ DPMS INFO - hosted by - www.OBY.de am 10.03.2007 um 06:30 ]
[...] Sehr intensiv beschäftigt sich mit dem Thema übrigens der Rainer, und das vor allem kritisch. yigg it – – Das sind Webnews! Verwandte [...]
[ pingback von Keine Panik! » Second Life - digitales Irrenhaus oder gut getarnter Sex-Shop? am 10.03.2007 um 12:21 ]
[...] Um das “alle” aus dem ersten zu relativieren: Es gibt inzwischen, vor allem in Blogs, aber auch in den Medien glücklicherweise einige kritische Stimmen. Ähnliche [...]
[ pingback von jovelblog » Second Life: laaangweiliiig! am 13.03.2007 um 15:10 ]
[...] jovelblog zu: Die Second-Life-Lüge [...]
[ pingback von Rainer sacht » Trimedia in Second Life (bru-har-har) am 20.03.2007 um 14:07 ]
Hi,
>und für korrekte Orthografie habe ich keine Zeit
Leute, die ständig und allein darauf den Wert eines Artikels bemsssen, leben anscheinend gut auch ohne Inhalt. Andere sind imstande über gewisse Dinge hinwegzulesen.
Was aber über den Stand des, eher halbherzig rechertierten, Artikels trotzdem nicht hinweg täuschen kann (zumal dann noch über Journalisten “abgelästert” wird).
>weil ich mir nämlich herausnehme, überspitzt, emotional und subjektiv zu schreiben.
Recht so! Objektivität ist für mich nichts anderes, als mich der Meinung der Mehrheit anzuschließen. Emotionales erwarte ich einfach in einem Blog. Ich bin hier, weil mich interessiert, was Rainer sacht. Und Warum? Weil er es gut schreibt. Will ich was objektiv, sachlich und faktisch durch und durch korrektes lesen, lese ich keinen Blog. Ein privater Blog ist per Definition an sich schon nicht objektiv.
Mh, da fällt mir was ein: Gestern lief in den Privaten eine Sendung, wo jemanden erklärt wurde was ein Blog ist:”Da kann man im Internet nachlesen was irgendwelche Nieten schreiben.” Jaja, die eigene Medienkompetenz und die Propaganda. Ist denn die Meinung des Einzelnen tatsächlich so unwichtig? Ich jedenfalls nehm mir gern die Zeit und lese was meine Mitmenschen denken, bzw. schreiben.
Rainer … weiter so, bitte!
[ gesachtes von salacryl am 30.04.2007 um 13:29 ]
[...] salacryl zu: Die Second-Life-Lüge [...]
[ pingback von Rainer sacht » Second Life: Ende einer Party am 03.05.2007 um 21:57 ]
[...] jovelblog zu: Die Second-Life-Lüge [...]
[ pingback von Rainer sacht » Second Life: Mausetot am 02.06.2007 um 12:03 ]
Moinmoin zusammen,
ich bin in SL als Bettina Wunderlich unterwegs (Besuche und Fragen per IM herzlich willkommen). Seit Anfang Januar 07 bin ich im Schnitt 12-16 h täglich in SL… naja, eigentlich läuft es nur auf einem Rechner mit und ich guck meist in andere Rechner.
Aber gut: Die meisten “Journalisten” stehen im sogenannten Biergarten rum. Das ist ein winziger Ausschnitt von SL. Nicht reräsentativ, dafür aber auch nicht schön oder auffällig durch irgendwas kontruktives.
Ein Drecksloch, auf Teutsch.
Man kann in SL als User mit einem Free-Account exakt dasselbe tun, wie ein registrierter User.
Ich selbst habe mehrere Grundstücke und mittlerweile Beteiligungen an Clubs, Shops.
Damit “verdiene” ich soooo doll viel, das ich die Gebühren und Stromkosten zahlen kann. WOW.
Reich wird in SL nur, wer sich ganze Sims (so werden dort die Server/Simulatoren genannt) mietet und weitervermietet.
Man kauft sich einen Sim für ca. 1670 USD, zahlt dafür im Monat zwischen 250-430 USD (oder um den Dreh) und verkauft das Land, unterteilt in kleine Parzellen an user. Diese zahlen dann – neben dem Kaufpreis – auch noch eine monatliche “Fee” (Steuer) an den wirklichen Eigentümer des Grundstückes. Wenn der Eigentümer rechnen kann, dann verdient er ein Wenig damit. Mit dem Gewinn kauft er sich eine 2. Sim… und so weiter.
Man kann auch durch F***en reich werden (Cybersex also), wenn man sich den Unsinn für 1200L$/Stunde antun will. Also ca. für 4 EUR die Stunde ist das etwas unterbezahlt, aber wenn man drauf steht… :P
Aber auch Imperien werden ja klein gegründet, wenn man Anshe glauben mag.
Die Userzahlen… tja. Mittlerweile über 7 Millionen LOL.
Ok. Ich kenne nu genug Programmer in SL und habe auch etwas Überblick mittlerweile. Es wird mit ca. 20.000 aktiven Usern gerechnet. Von meinen Besucherzahlen und Bilanzdaten her kannn ich bestätigen, das ca. 3% meiner Besucher mehr als 1L$ (ca. 0,3ct) im Monat ausgeben. Der Rest gar nichts.
Wenn sich Einmal ein sogen. Journalist für einen Tag in eine der grossen Malls gestellt hätte und sich einfach mal die Anzahl der Kunden angesehen hätte; womöglich noch einzelne Kunden befragt hätte, wieviel er nun ausgibt, dann wäre diese Hype schon längst zur Lachnummer verkommen. 99% der User sind newbies, die kein Geld haben und einfach mal schauen wollen oder ein wenig Fun haben wollen. Sie kommen 1x die Woche 1-2 h in SL und geben nicht aus. Die meisten Casinos und Malls stehen schlicht leer und Traffic (besucherzahlen) werden durch bezahlte Camper generiert (sitz hier rum und Du bekommst 2L$/10 minuten).
Lediglich die Pornoindustrie scheint zu florieren… was aber bei Einführung von Voice (Mündlicher Userchat) zu einem ziemlichen Einbruch in der Escortbranche führen dürfte :))
Mir persönlich ist SL wichtg geworden, da ich viele Leute kennengelernt habe. Auch bis hinein ins RL. Aber weshalb daraus so ein Hype werden musste? Vch verstehs nicht…
[ gesachtes von bettina am 13.06.2007 um 16:44 ]
Mannomann… dieser Hassprediger-Artikel ist ja noch weniger fundiert als die zugegebenermassen ahnungslosen Artikel der deutschen Presse zu Anfang des Jahres. Da stimmt ja garnichts. Gut, Deutsche sind dafür bekannt, dass sie allem Neuen erstmal negativ gegenüber stehen, aber normalerweise versuchen sie das wenigstens hinter einem Schein von Sachlichkeit zu verstecken. Aber das hier??? Da wird ja nur mit vollen Händen wild aus der Luft gegriffen. Arm… sehr arm! Kaufen und verkaufen? Es “geht nur um Kohle”? Oje… Nee! Das was bei SL Spass macht, ist vor allem das Selber Erschaffen und Kommunizieren. Das geht auch ohne Kohle. Hast es Dir halt garnicht richtig angesehen. Denn dazu müsste man ja seine paar Gehirnzellen mal ein bisschen anstrengen, statt nur zu konsumieren, wie man’s ansonsten vom Internet gewohnt ist. Und um tiefer in die Geheimnisse der SL-Ökonomie einzusteigen, müsste man sich mit dem Thema geradezu ernsthaft beschäftigen. Trotzdem schön zu sehen, wie die Gewissheiten und Prophezeihungen des Herrn Rainer Sacht teilweise bereits nach weniger als einem Jahr widerlegt wurden. SL ist kein “Schneeball-System”, die Ökonomie ist nicht zusammen gebrochen, SL wurde nicht an Google verkauft, die Mitgliederzahlen steigen gesund an, und die die begeistert dabei sind, wissen genau, warum. Naja, zumindest stimmt die Überschrift: dieser Artikel ist eine einzige Lüge.
[ gesachtes von Mo Eriksen am 31.12.2007 um 15:20 ]
Willkommen im Klischee, der Herr: “Gut, Deutsche sind dafür bekannt, dass sie allem Neuen erstmal negativ gegenüber stehen,…” – eben mal nachgeplappert, was bei Journalisten und B-Promis kleine Münze ist.
“Hast es Dir halt garnicht richtig angesehen.” Wirst lachen, du Zweitlebender, bin bis Mitte diesen Jahres mit DREI verschiedenen Avataren dort unterwegs gewesen. Es ist noch viel schlimmer als befürchtet. Die so genannte “SL-Ökonomie” hat sich gar nicht entwickelt, nicht mal in Richtung Zusammenbruch.
So, so, die Mitgliederzahlen steigen gesund an. Wer sagt das? Und wie entwickelt sich der Anteil der aktiven Mitglieder an den Monsterzahlen, die diese Schwindelfirma rausposaunt?
Immerhin hat dieser wenig fundierte “Hassprediger-Artikel” mit dafür gesorgt, dass das dumpfe Nachbeten der SL-PR-Verlautbarungen durch die Journaille abgeebbt ist und die dummdreisten Berater, die ahnungslosen Firmen SL-Filialen aufgeschwatzt haben, jetzt auf andere Züge gehopst sind. Bin ich stolz drauf.
So, du Wurst, jetzt geh wieder in deinem virtuellen Kinderzimmer spielen und behellige keine Erwachsenen mehr. Haben wir uns verstanden?
[ gesachtes von Rainersacht am 31.12.2007 um 15:33 ]
Ich sach einfachmal ihr liegt in der sache Pr.Maschine Anshe falsch . Aber wie rainer schon sacht alles eben mal nachgeplappert und nicht konstruktiv nachgedacht oder sich informiert . Einfach mal anshechung oder anshe googlen ( der einfachste weg )und die firmenseite anklicken.
Ich selber habe des öffteren kontackt mit der firma “anshechung” und das seit 2 jahren und für eine Pr.Werbemaschine wirken etwaige Personen der firma ziemlich real . Zumal eine Werbemaschine “meiner meinung” nach nicht für mehrere solcher plattformen tätig ist (wär irgendwie unkonstruktiv).
Den Rest kann ich hier leider nicht wirklich nachvollziehen dar ich auf der plattform Second Life nicht tätig bin , dar mir vom ersten Blick die Verarbeitung und der Aufbau nicht gefiel .
Zumal die Personen (avatar)und umgebung meiner meinung nach versucht wurde , das ganze so realistisch wirken zulassen , das das ganze schon wieder unrealistisch wirkt.
[ gesachtes von crysue am 05.01.2008 um 00:36 ]
Dass der so genannte ‘Hassprediger-Artikel’ Mitursache sein soll das der Hype abgeebbt ist, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Es liegt in der Natur des Presse-Hypes, dass dieser nach einer Zeit der intensiven Kettenreaktions-Berichterstattung über irgendein Thema vorbei ist und die Medien sich ein anderes In-Thema suchen. Denn der Verbraucher erwartet neue Sensationen und nicht den zum x-ten Mal hochgekochten Käse von gestern.
Böse Zungen behaupten, dass die Medien nur deshalb Artikel verfassen, weil sie Füllmaterial zwischen den Anzeigen brauchen. Der Konsument kauft die Anzeigen alleine dummerweise nicht.
Aber zurück zum Hype… Vorgestern waren es Kampfhunde (die seit dem Ende der entsprechenden Medienhysterie seltsamerweise zu beißen aufgehört haben), gestern Secondlife mit AnsheChung, Pädophilie und was da sonst noch hochgepusht wurde, heute Eisbärbaby Knut, wobei ich die geplante Tötung des neugeborenen Eisbärjungen für eine geschickte Marketingerfindung halte die genau zu dem geführt hat was erreicht werden sollte: mehr Zoobesucher. Medien seid Dank!
Mit den Benutzerzahlen in SL sieht es ähnlich aus: Marketing. Jeder weiß dass bei den angemeldeten Usern auch die Karteileichen und Doppel- oder wie in Rainers Fall sogar Dreifachaccounts mitzählen. Aber solange sich der unkritische Verbraucher von tollen Zahlen beeindrucken lässt, machen es alle Werbetreibenden mit Gewinnabsichten eben so, dass sie immer mit der am tollsten klingenden Zahl arbeiten. Die kostenlosen Wochenblätter die in die Haushalte verteilt werden werben auch immer damit wie hoch doch deren Auflage sei. Dass die meisten im Papierkorb landen wenn der jugendliche Zusteller sie nicht schon unterwegs im Straßengraben entsorgt hat, bleibt zumeist unerwähnt.
SL ist ganz nett und es gibt auch entgegen Rainers Meinung auch vieles kostenlos, aber wer wegen des Hypes gekommen ist wird aufgrund seiner viel zu hohen Erwartungen enttäuscht von Dannen ziehn. Das sind meist diejenigen die gleich anderen mit der Frage auf den Wecker gehen, wo man am schnellsten viel Geld verdienen kann. (Ich bin seit September 2006 in SL, also schon lange vor dem so genannten Hype und dem verstärkten Auftauchen von Deutschen in SL. Der Hype hat viele anstrengende Neulinge ins Lindenland gespült und ich bin heilfroh dass die jetzt wieder weg sind – Knut T-Shirts kaufen.
Gruß, Andrea
[ gesachtes von Andrea-HH am 15.02.2008 um 15:57 ]
Mir leuchtet da grundsätzlich etwas nicht ein: Wozu braucht ein Mensch solches überhaupt?! Hat er sonst nichts zu tun? Ob zwei Stunden pro Woche oder achtundvierzig am Tag, mir scheint, hier liegt er, der Mensch, doch leicht schief in diesem einen Leben, wenn er ein zweites braucht, noch dazu ein virtuelles.
Im Sommer kann er sich mit Bekannten oder solchen, die’s noch werden können, auf die Bank setzen, ein Bierchen oder Weinchen oder Wässerchen trinken, gemeinsam eine schmauchen oder es gemeinsam sein lassen, kann mit Ping-Pong- oder anderen Bällen spielen oder auf solchen mit anderen poussieren. Letzteres wäre auch im Winter möglich. Da kann man aber auch, wenn’s draußen stürmt und hagelt, Mensch-ärgere-Dich oder meinetwegen Monopoly oder gegenseitig Flohwalzer spielen, wachen, lesen (es muß ja nicht immer das «gute Buch» sein), lange Briefe schreiben oder Poesiealben (elektronisch volldichten. Auch ließen sich die Bekanntschaften, die man beim sommerlichen Draußensitzen plaudernd gemacht hat, einladen, um was ganz anderes zu treiben. Aber eben nicht virtuell. Sondern wie im richtigen Leben. Und verstellen kann man sich dabei auch.
Weshalb benötigen so viele – anscheinend mit zunehmender Tendenz – Menschen eigentlich virtuelle, korrekt benannt: nichtmal wirklich mögliche, also nicht wirklich gelebte «Kontakte» mit Menschen, die es eben nie geben wird?! Und wenn der Mensch denn unbedingt ein anderer sein möchte als der, der er ist, weil er mit sich unzufrieden ist oder einfach nur ab und an mal in eine andere Rolle schlüpfen möchte, weshalb gründet er denn nicht eine Theatergruppe und spielt zuhause oder anderswo die Seifenopern oder solche ohne Waschmittel einfach nach. Ich will ja nicht behaupten, daß das billiger wäre und weniger Energie kosten täte, aber es fänden die vielzitierten und -gesuchten Gemeinsamkeiten statt. Mit anderen Menschen.
Aber vielleicht liege ich hier ja völlig daneben, und so etwas wird gar nicht angestrebt.
Oder? fragt, irgendwie leicht irritiert
Jean Stubenzweig
[ gesachtes von Jean Stubenzweig am 20.02.2008 um 06:52 ]
Deinen deutlichen Eintrag beim Knüwer anlässlich der Twitter-Bewegung fand ich beeindruckend. Schönen Gruß…
[ gesachtes von dummyblogger am 15.04.2008 um 20:29 ]
Nur ein paar Gedanken und Kommentare, die mir beim Lesen gekommen sind.
- Keine Zeit für Orthographie??? Oh mein Gott, das sollte bei jemandem der einen Blog betreibt und demzufolge möchte, dass seine Ergüsse gelesen werden, zum Handwerkszeug gehören. Der Keine-Zeit-Kommentar lässt also lediglich darauf schließen, dass der Herr Rainer seine eigene Leserschaft nicht respektiert. Wie auch in der äußerst unsachlichen Antwort auf den Kommentar von Mo deutlich wird. Sehr sehr unprofessionell :(
- Schneeballsystem? Natürlich verdient LL am Betrieb der SL-Plattform! Warum auch nicht? Die müssen doch auch ihre realen Leben finanzieren, und dazu auch die Betriebskosten. Server bekommt man nicht geschenkt, auch nicht wenn man Philip Rosedale heißt.
Aber letztendlich bezahle ich den Hersteller einer virtuellen Ware, wenn ich etwas von ihm erwerbe. Ich bezahle nicht LL, die letztendlich natürlich doch etwas verdienen, und zwar die Tiers (Steuern), die dieser für das Land bezahlt auf dem er sein Geschäft betreibt.
Ist also letztendlich wie im richtigen Leben.
- Erfundene Zahlen? Und wenn schon. Interessiert mich nicht die Bohne wie viele Residents SL hat, für meinen persönlichen Spaß hat das keine Bedeutung. Viel wichtiger ist die Anzahl von Leuten, die sich zur Zeit in SL aufhalten, wenn ich mich anmelde. Wenn’s zuviele sind, läuft die Welt nicht so gut.
- Richtig reich werden? Natürlich, das ist für die meisten von uns Gelegenheitsspielern nicht möglich. Und muss ja auch nicht sein. Ich verdiene genug Geld in SL um meinen Avatar problemlos über Wasser zu halten (habe bisher noch nicht einen Pfennig an LL bezahlt), und lebe ziemlich luxuriös. Ohne zu viel zu arbeiten!
- SL ist nix für jeden, ganz bestimmt nicht. Aber es ist immer noch eine bessere Freizeitaktivität, als nur jeden Abend stundenlang in die Glotze zu starren, oder sich zu besaufen. Ich gehe segeln, fliegen, oder versuche in einer Sandbox Sachen zu basteln. Das erfordert mehr Kreativität und Gehirneinsatz als die meisten Sachen, die der Durchschnittsmensch so in seiner Freizeit treibt.
Thank you very much for your friendly faked attention.
OF
[ gesachtes von Orca Flotta am 02.05.2008 um 16:24 ]