gesachtes vom 10.02.2007

Stern = BILD

SUV Crash
Weißt du, einerseits würde man gern was Nettes dazu sagen, dass das Scheißblatt jetzt (mit ca. 20 Jahren Verspätung) voll total die Umwelt entdeckt hat, andererseits würd ich die Stern-Macher – also denjenigen, die das Magazin absondern, das einst Henri Nannen geführt hat und nicht eine bigotte Bande talentfreier Schleimpropfen – gern fragen, wer genau ihnen ins Hirn geschissen hat, dass sie in der aktuellen Print-Ausgabe eine Strecke von sageundschreibe 22 Seiten mit übelstem Promigeblubber über die Schmutzmetropole Berlin mit dümmsten Texten und sinnlosesten Fotos vollkotzen. Aber dann stelle ich fest: Beides sind einfach nur Produkte der speziellen Art Journalismus, die sich in den vergangenen Jahren im Rattenrennen durchgemendelt haben, wobei die Evolution GANZ KLAR angeordnet hat, dass Rückgrat störend und Intelligenz nicht nötig ist. Außerdem unterscheiden sich das Tageblatt für die denkfreie Unterschicht und die Wichsvorlage für den dem Bürgertum zustrebenden Sozi de facto nicht mehr: Beide sind schlimmste Beispiele für Heuchelei. Und das lässt sich an den Ausgaben der letzten Tage festmachen. Das als Vorrede.

Nun haben die Vereinten Nationen (UNO) anhand des IPPC-Berichts herausgefunden, dass der CO2-Ausstoss einen Kimawandel ausgelöst, der die menschliche Zivilisation bedroht und die Lebensbedingungen in den kommenden 90 Jahren dramatisch beeinträchtigen wird. Huch, da habense sich aber alle mal so richtig erschrocken. War ja auch eine völlig unerwartete Nachricht, dass die Menschen das Ökosystem kaputt machen. Hätte ja keiner gedacht. War ja auch nach den Gutachten des Club of Rome aus den frühen siebziger Jahren und diversen Veröffentlichungen nicht zu erwarten. Was war es nochmal, was deutsche Ökö-Fuzzis seinerzeit zur Gründung der Partei der Grünen trieb?

Am allerüberraschtesten tat das Blödblatt – wie üblich unter dem Rubrum “Wissenschafter haben JETZT herausgefunden…”. Da ja in der BILD-Redaktion Meinungen nicht überlebensfähig sind, sondern Alkoholiker und Kokskonsumenten diverser Härtegrade ihre schmalzkrustigen Ohren ganz dicht am Volksmund haben, haben BILD-Redakteure JETZT herausgefunden: Die Deutschen haben Angst um die Erde. In Wirklichkeit haben die Diekmänner (Vorsicht! Das ist ein Schimpfwort und sicher abmahnfähig – also, wenn du zu jemand sagst: Hömma, du Diekmann…) Schiss um ihr kleines bisschen Leben bzw. das ihrer wertlosen Gene, die sie aus teil künstlich verlängerten Organen in den Gen-Pool gespritzt haben. Nun ruft das Scheißblatt also zum Umweltschutz auf. Erstmal sagt sie den Leuten, wieviel Dreck sie genau machen. Und dann gibt es zehn tolle Tipps, wie man GANZ DIREKT was gegen das Klima machen kann. Unter anderem empfiehlt BILD, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, Fahrgemeinschaften zu bilden und zu überlegen, ob man das Auto nicht abschaffen will. Dasselbe Scheißblatt, dass vor gar nicht langer Zeit Jürgen Trittin über Monate auf unterstem Niveau gemobbt hat, weil er den Konsumenten empfohlen hat, das Auto auch mal stehen zu lassen. Die gute Nachricht: Sogar BILD weckt das Umweltbewusstsein auch um gehirngewaschensten Klopapierleser.

Vom Stern ist eine gewisse Affinität zum Umweltschutz ja zu eigen – eben in dem Maße, in dem Spezialdemokrat, der von den diversen Schmutzlobbys (Kohleberchbau, VW, Gerhard Schröder…) hin und her gebeutelt wird, Umweltschutz gut finden kann. Das Leitmedium der Heuchelei, das kein Problem damit hat, eine Anklage über die Pornofizierung der Unterschicht mit kaum verpixelten Pornobildchen zu illustrieren, macht in der aktuellen Ausgabe auch einen auf Umweltschutz. Spektakulär und inhaltsarm, wie es typischer Stern-Stil ist.

Beide Mistmagazine aber entblöden sich nicht, in den jeweils selben Ausgaben zum praktizierten Umweltschutz euphorische Testberichte über den renovierten Porsche Cayenne bzw. VW Touareg zu publizieren. Also über die CO2-Monster auf unseren Straßen. Dass die jetzt noch toller seien. Also mit mehr Elektronikschnickschnack, mehr PS, aber weniger Verbrauch. Der geringere Verbrauch wird einfach herbei gelogen, denn beim Cayenen hat sich der Verbrauch sogar noch um 0,1 l/100km erhöht. Und um es ganz konkret zu machen: Sowohl der Touareg, also auch der Cayenne produzieren unabhängig von der Motorbauart und -leistung jeweils mindestens 230 Gramm CO2 pro Kilometer aus; beim 500-PS-Cayenne sind es gar 358 Gramm! Man muss dazu wissen, dass der CO2-Ausstoss eines Verbrennungsmotors annähernd proportional zu Hubraum und Leistung bzw. Verbrauch ist. Mehr PS ist also gleich mehr CO2.

Und die Drecksjournalisten von Stern und BILD (aber auch die von vielen anderen Publikationen) bejubeln widerstandslos irgendwelche Renner von Lamborghini oder Ferrari, stellen sogar US-Monster vor, deren Verbrauch jenseits von 20l/100km liegt, und finden diese beschissenen SUVs (Audi Q7, BMW X5, Porsche Cayenne, VW Touareg, aber auch Jeep Cherokee, Range Rover und die entsprechenden Japaner) gut.

Dass deutsche Konsumenten jedes Jahr zu mehr Leistung greifen, ist eine direkte Folge der jahrzehntelangen Gehirnwäsche der Autoindustrie und ihrer nichtswürdigen Lobby, die wiederum seit Jahrzehnten so genannten Motorjournalisten mit Lustreisen (Nutten inklsuive – nicht nur bei VW…), die nicht selten Orgien umfassen (Kaviar, Koks etc), bestechen. Jeder Journalist weiß das, keiner schreibt darüber … sie hoffen ja alle, dass sie eines Tages eingeladen werden, die Mitglieder dieses korrupt-bigotten Berufsstands, der früher mal aus Journalisten bestand.


[ von Rainersacht um 22:04 in ichregmichauf ] [ 0861 x gelesen ] [ es wurde 1x was dazu gesacht ] [  ]

es wurde 1x was dazu gesacht

  1. Dein Fehler ist, dass du glaubst, Journalisten wären jemals anders gewesen. Der Unterschied liegt simpler: Früher gönnten sich Zeitungsbesitzer noch einige integre Gallionsfiguren (Nannen, Augstein etc.), heute schicken sie ihre Bizziniss-Männli und ideologischen Stallwächter gleich nach vorn an die Rampe: Markwort, Jörges, Aust, Steingart, Diekmann etc. Die verkünden ihren jeweiligen Hedonismus dann als der Weisheit letzten Schluss, wenn jemand von denen gern Audi A8 fahren oder Audi A8-Anzeigen haben will, dann hat der Audi A8 eben ganz was Tolles zu sein, ein richtiges Zukunftsmodell, dem die Umwelt sozusagen anerkennend hinterherpfeift. Und wehe dem Redakteur, der nicht die gleiche Linie entlang schnupfen wollte …

    [ gesachtes von Chat Atkins am 11.02.2007 um 14:42  ]

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