gesachtes vom 13.06.2007

Media-Saturn-Holding verliert Steinhöfel

Der durch wildes Abmahnen mehr berüchtigt als berühmt gewordene Anwalt Joachim Nikolaus Steinhöfel lässt verlauten, nicht die Media-Saturn-Holding habe sich von ihm getrennt, sondern er habe das Ende der Beziehung vorgeschlagen:

“Steinhöfel fand nach eigenen Angaben problematisch, dass die Handelskette gegenüber Wettbewerbern künftig friedlicher auftreten wolle. ‘Der Strategiewechsel ist legitim. Aber für Appeasement stehe ich nicht zur Verfügung’, sagte Steinhöfel.”
(Quelle: Berliner Morgenpost vom 12.06.2007)

Also wird jetzt vom gegenseitigen Einnvernehmen geschwafelt. Schade eigentlich, denn die ursprüngliche Version deckt sich mit dem, was diverse in Vorstandsnähe sich aufhaltende Milchmädchen bereits seit vergangenem Herbst flüsterten. Müssen sich verhört haben, die Milchmädchen. Glauben wir also der neuen Version, denn glaubwürdig sind sowohl Anwalt Steinhöfel als auch die Media-Saturn-Holding, besonders deren Konzernsprecher.

Steinhöfel kann’s aber nicht lassen mit den Drohgebärden:

“Der streitbare Media-Markt-Anwalt und Werbeträger Joachim Steinhöfel plant sein Fernsehcomeback. Im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de bestätigte der Rechtsanwalt entsprechende Meldungen. Demnach gebe es erste Gespräche ‘mit einem der größten Medienhäuser Deutschlands’ über zwei neue Sendungen, so Steinhöfel. [...]
Dabei gehe es ihm nicht darum, um jeden Preis ins Fernsehen zurückzukehren. ‘Die Formate müssen klasse sein und mir auch privat gefallen’, sagte Steinhöfel gegenüber DWDL.de. ‘Ich werde auf keinen Fall eine alberne Game-Show oder eine dumme Gerichts-Show am Nachmittag machen’, erklärt der Anwalt und Werbeträger.”
(Quelle: DWDL.de vom 12.06.2007)

Bru-har-har, bestätigte “entsprechende Meldungen”, gni-hi-hi. PR für Einsteiger: Ich schicke eine Pressemeldung raus, die einen Abnehmer findet, der alles veröffentlicht, was reinkommt, und “suche” anschließend das Gespräch mit einem Branchendienst, in dem ich die selbstgemachte Meldung bestätige. Und dann dieses wunderbare Oxymoron, dass “die Formate [...] klasse” sein müssen UND ihm “auch privat gefallen” sollen. Steinhöfel sagt in diesem Satz, dass Formate, die ihm auch privat gefallen, klasse sind. Jau. So wie die Krawallschachteln, in denen er in den neunziger Jahren das Volk begeisterte:

“So pöbelte er mit Anrufern in den RTL-Sendungen ‘Kreuzfeuer’ und ‘18.30′ und führte durch ‘Die Redaktion’ bei RTL II.”
(Quelle: DWDL.de vom 12.06.2007)

Man erinnere sich:

“Am RTL-Telefon ist vieles erlaubt – solange nur die Anrufer angepöbelt werden und es nicht, wie damals in ‘Nachts’ um die angeblichen Bordellbesuche respektabler Politiker geht. Der hauptberufliche Jurist Joachim Steinhöfel wird sich mit solchen Unterscheidungen vermutlich besser auskennen, als seine geschaßte Kollegin Britta von Lojewski. Jedoch konnte der rüde Talker die Soll-Einschaltquote nicht erreichen und muß sich daher demnächst ebenfalls vom TV-Telefon verabschieden.
(Quelle: TV Spielfilm 8/1994 zum RTL-Format “Achtzehn 30″ via Wunschliste.de)

Empfehlenswert auch der Stern-Artikel aus dem Jahr 2000 (zu finden auf der Steinhöfel-Website und per Google), indem der Autor die Arbeit des Anwalts für das Formar “Die Redaktion” sehr schön charakterisiert.

Und jetzt frage ich mich: Wer will Steinhöfel wieder im Fernsehen sehen? Niemand? Okay, kann ich verstehen.


[ von Rainersacht um 12:54 in blogismen ] [ 01554 x gelesen ] [ dazugesachtes nicht möglich ] [  ]

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