
Normalerweise hasse ich Romane, in den Schriftsteller über das Schriftstellern schreiben im gleichen Maße wie ich es hasse, wenn Blogger übers Bloggen bloggen. Hier wollnwer mal eine Ausnahme machen. Denn was Thomas Klawentscheg da fabriziert hat, ist wirklich schwer lustig. Wir haben es mit einem Autoren zwischen zwei Romanen zu tun, das ist eine schlimme Phase. Zumal wenn der Betreffende Hypochonder und Paranoiker ist sowie von diversen Ängsten gequält wird. Das Spiel, dass der Galvanititsch da spielt, spielt damit, dass die ganze Sache authentisch sein könnte. Dafür spricht seine SMS- und Handy-Kommunikation mit Daniel Kehlmann, ja dem Kehlman mit der Vermessung der Welt. Dieser gibt Klavintschak regelmäßig die Verkaufszahlen seines Bestsellers durch, selbst wenn er mit dem Außenminister in Lateinamerika diniert oder gerade eine Debatte mit dem Dalai Lama führt. Klawinschi dagegen geht saufen. Er fängt bisweilen mittags aus Versehen an und beendet seine Kuren meist in den frühen Morgenstunden. Dann schreibt er gefährliche SMS und Mails. Nach dem Aufstehen fragt er sich zuerst, wem er was geschrieben hat und wie ihm das schaden wird. Opfer könnten diverse Verlagsmanager sein, Lektoren oder der Kritiker Denis Scheck, den er besonders fürchtet.
Ansonsten kümmert er sich ums Söhnchen und leidet unter der Verwandschaft. Zum Beispiel dem Schwiegervater, mit dem er eine unangenehme Stunde Höhenangst im Skilift vierzig Meter über Grund verbringt. Aus einer Magengrippe wird ein böser Kotzanfall, der ihm die Brücke aus dem Gebiss ins Zugklo befördert. Oder er rutscht aus und himmelt fast die Kneipentour. Und dann das Warten auf die Shortlist zum Deutschen Buchpreis. Am Ende kommt er nicht mal auf die Longlist und stellt fest, dass seine Eier doch nicht so geschwollen sind, das er Hodenkrebs befürchten müsste. Das muss man gelesen haben, wenn man wissen will, wie Schriftsteller, österreichische zumal, ticken.


