
Schwämmen wir mal dieses Spiel. Weil es ein sehr schlechtes Spiel war. Weil die Leistung der Männlein in den Fortuna-Trikots abartig war. Aber selbst über eine solche Partie kann ein begnadeter Lyriker noch Spochtrepochterschwampf vom Feinsten absondern:
“Kaum eine Minute später versuchte sich auch Kenan Sahin, doch sein Schuss beförderte die Kugel nur knapp neben das Gehäuse. [..]
…konnte auch der ehemalige Spieler von TuS Koblenz den Ball nicht in den Maschen des gegnerischen Tores versenken…. [...] was auch bedingt war durch den mitunter äußerst kleinlich pfeifenden Referee André Stachowiak.”
(Quelle: F95-Website)
Wie überhaupt die Spielberichte der Fortuna-Site eigentlich nur als realsatirische Parodien auf die Fußballberichterstattung früherer Jahre verstanden werden kann. Wo hat man das noch, dass man sich über derart bildreiche Prosa kaputtlachen kann. Sonst gab’s nix zu lachen. Denn nach dem Abpfiff stürmte eine Horde stadtbekannter Möchtegern-Hools den Platz, bespuckten die eigenen Spieler und hauten dem Pali eine aufs Ohr. Dass die Typen, die sich während der zweiten Halbzeit schweigend und ohne einen Blick aufs Spiel an einem der Tore zusammengerottet hatten, aufs Spielfeld gelangen, lag vor allem an der bekannten Hilflosigkeit der Fortuna-Ordner, von denen viele ja mit den Durchgeknallten alkoholverwandt sind. Der Rest war dann das übliche Einschreiten von Spielern und Offiziellen mit anschließender polizeilicher Durchprügelei Unbeteiligter.
Zum Glück konnte dieser Vorfall dieses Mal nicht den bösen, bösen, bösen Ultras in die Schuhe geschoben werden, denn die residierten dieses Mal im Oberrang und sangen sich trotz der Scheißleistung unserer Jungs die Kehle aus dem Hals.

