So ein Schweinewilli ist ja eine fleischige Allzweckwaffe für Fresser, die Schwein fressen mögen. Der wurde gestern in Medaillons gerastert. Dazu gab’s Bandnudeln und Spinat. Das Problem beim Filet von der Sau ist, dass es wenig schmeckt. Deshalb muss Sosse her. Zumal im Falle, dass es Nudeln DABEI (so sacht man hier…) jibt. Da sich ein halbes Gläschen grünem Pfeffers (sorry, mein Grammatikberater ist aushäusig…) im Klühschrank herumdrückte, fiel die Wahl auf eine Sosse unter Beteiligung der kleinen, runden Madagaskariaken. Nun ist eine Sosse mit grünem Pfeffer aber sowas von spießig, weil jede Eckkneipe als Hauptpreisgericht das gefürchtete Pfeffersteak offeriert, bei dem schwer durchgebratenes Rindstück mit jenen Körnern beschmissen wird. Es geht auch anders.
Du brätst die Medaillons (oder das Steak) heftig, aber kurz an, sodass es eine Kruste gibt – und zwar aus Fettgründen in einem nussgroßen Butterstück plus einem Schuss Olivenöl. Dann tust du das Fleisch bei 80 Grad in den Ofen, wo’s gart, während du die Sauce bastelst. Zunächst wandelst du eine mittlere Zwiebel in kleinste Würfel um. Dann spülst du den grünen Pfefferkörnern die Essiglake vom Leib. Lass die Zwiebelstücke in der Pfanne mit dem Bratrest glasig braten und wirf die Pfefferdinger dazu bis es nett riecht. Dann drehst du die Hitze auf volle Pulle und schüttest einen fetten Schuss trockenen Sherrys hinein. Es darf auch ein gutes Sherryglas voll sein. Während es brodelt kratzt du mit einem Holzlöffel das Angesetzte vom Fleischbraten ab. Irgendwann ist die Flüssigkeit so gut wie weg. Nun kommt ein halber Becher Sahne hinein. Übrigens: Entgegen anderslautender Dünkel eignet sich für diesen Zweck auch diese fettreduzierte Falschsahne, die man den Dicken empfiehlt. Jetzt musst du die Hitze weit runterdrehen und das Ganze mit einem Schneebesen (Ich benutze zum Sossenrühren so einen halbgroßen; es gehen aber auch diese Dinger, die aussehen wie ein Löffel aus Draht.) vermischen. Die Sosse darf nun bei ganz kleiner Flamme noch ein bisschen köcheln und wird abschließend mit Salz abgeschmeckt. Falls du findest, dass wäre zuwenig Sauce für zuviel Nudeln, darfst du das Gebräu mit heißem Wasser und weiterer Sahne verlängern.
Wenn du keine Teller anrichten willst, dann servier die Sache so: Spinat (natürlich mit Zitronensaft und gepresstem Knoblauch gewürzt!) auf einen flachen Teller und Nudeln in der Schüssel. Die Medaillons holst du aus dem Ofen un praktizierst sie in eine ovale Auflaufform. Darüber gießt du das Ergebnis deiner Bemühungen. Bevor du das tust, gießt du eventuell im Ofen entstandenen Bratensaft in die Sosse, die du folgerichtig nochmal durchprügelst. Das isses dann auch schon.


Wolltest Du nicht auch Fotos von Deinem Essen bloggen? Erst bei der Foodfotografie trennt sich die Spreu vom Weizen ;)
Verlängern tut man so eine Sosse nicht mit gewöhnlichen Wasser. Man schöpft sich dazu ein wenig von dem Nudelwasser ab. Ist irgendwie weniger wässrig ;)
[ gesachtes von loreley am 07.04.2008 um 10:52 ]
Ja, Mensch, ja! Aber nach dem Kochen will essen und nicht fotografieren; und jemanden, der mir das Knipsen abnimmt, habe ich noch nicht gefunden. Ich hol’s nach … versprochen.
Gute Idee, Nudelwasser zum Verlängern zu nehmen. Muss ich mir merken.
[ gesachtes von Rainersacht am 07.04.2008 um 11:36 ]
Ich verstehe Dich gut. Essen fotografieren ist eine grössere Herausforderung als ich mir vorgestellt habe.
Das mit dem Nudelwasser habe ich von Jamie Oliver übernommen. Der hatte einige Tricks. z.B., dass man grünen Spargel nur mit der Hand abzuknicken braucht, um die richtige Stelle zu finden, wo er nicht mehr holzig ist.
[ gesachtes von loreley am 07.04.2008 um 13:27 ]