gesachtes vom 03.03.2007

Ja, die haben’s geschafft, sie haben mich zum Vertriebenen gemacht. Ich bin noch während der ersten Folge vom TV weg geflüchtet. Gestern lief der mit viel Zipp und Zapp gehypte Zweiteiler “Die Flucht” auf arte – so zu sagen als Sneak Preview im Doppelpack. Und obwohl ich das Schlümmste fürchtete, sah ich zu, weil mich das Thema persönlich betrifft. Ich bin ja heimatvertriebener Ostpreuße der zweiten Generation. Meine Mutter wurde in Tapiau geboren, der Kleinstadt am Zusammenfluss von Deime und Pregel, dem Geburtsort des großen Maler Lovis Corinth (den ich mindestens so sehr verehre wie Goya…). Ihre Mutter war wiederum aine ächte Masurin aus Trakehnen. Ja, meine Großmutter – deutlich vor der Stein’schen Landreform geboren – war noch Leibeigne auf einem großen ostpreußischen Gut.
Und genau um ein solches Gut geht es in der “Flucht”. Ich will gar nicht davon schreiben, wie flach der Film ist, wie langweilig. Dass die Figuren alle maximal anderthalb Dimensionen haben, dass man sich mit keiner identifizieren mag, weil sie doch alle nur aus Klischees geknetet sind. Da gibt es als geklonte Gräfin Dönhoff die Maria Furtwängler zu sehen (dem Hubsi Burda seine Olle), die ja auch im Tatort maximal drei verschiedene Gesichtsausdrücke vorspielen kann. Die gibt die Gräfin, die sich immer, immer, immer um ihre Leute kümmern muss, die ja alle ohne sie völlig lebensuntauglich wären, und hat eine blonde 40er-Jahre-Frisur, blaueste Augen und ein kantiges Kinn, weil energisch. Der alte Graf ist verbittert, weil nix mehr so iss wie es war (als er noch jedes Frühjahr mit Vergnügen das Recht der ersten Nacht an den Welpen seiner Leute vollzog). Zwei Brüder sind spitz auf die Gräfin und haben sowas von Konflikt. Das uneheliche Bankert der Gräfin sagt den Drehbuchtext auf wie eine Folge von Weihnachtsgedichten und so weiter. Angela Winkler spielt die durchgeknallte Mutter der verfeindeten Brüder – und sieht meiner Mutter so verdammt, verdammt ähnlich. Die alte Frau, die als einziges so tut, als spräche sie wie aine ächte Masurin, sieht aus wie meine Großmutter. Der französische Kriegsgefangene sprischt wie Franzos’ sprischt, ist Kommunist und macht der Gräfin ein feuchtes Höschen. Der andere unfreiwillige Knecht ist Russe und hat Säähle. So rührt das Degeto-Team einen klebrigen Psychoquark nach bekanntem Muster an. Das war zu erwarten, das machen die immer so (siehe “Dresden”, siehe “Flut”). Die Bilder sind schön, wenn auch oft zu dunkel – aber das ist ja Kunst.
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Düsseldorf steht noch. Bis jetzt (Stand: 17:30) haben unsere geliebten Ordnungskräfte die wüsten Hooligan-Horden aus dem Elbflorenz daran hindern können, mordend und brandschatzend durch meine geliebte Heimatstadt zu ziehen. Könnte aber auch gut sein, dass nicht die Fans die Drecksäcke sind sondern die Spieler. Ich habe selten eine derart üble Bande hinterfotziger Schmutzfußballer gesehen! Die hätten tatsächlich von den eigenen Fans was aufs Maul verdient. Wer sich vor der Fortuna-Kurve aufbaut und provoziert, hat nichts anderes verdient. Als besonders große Arschloch erwies sich so ein kleiner Dicker aus dem Betreuerstab, der meinte, uns den Stinkefinger zeigen zu müssen. Nein, diese Misttruppe hat nur eines verdient: Dass der Verein pleite geht und sie alle arbeitslos werden.
Natürlich war Fortuna massiv überlegen, das Eckenverhältnis betrug gefühlte 12:2, die Jungs erspielten Chancen über Chancen, kriegten das Ding aber nicht rein. Und diese Überlegenheit entstand, obwohl die Fortunen praktisch systemfrei spielten. Da Regisseur Markus Anfang fehlte, bestanden die Angriffsbemühungen aus hohen, weiten Böllen auf olle Markus Feinbier. Der arme Jupp Adewunmi musste Aussenverteidiger spielen und hatte dermaßen die Hosen voll. So um die 85. Minute herum entsorgten ein paar Ultras ihre Rauchpulverbestände auf thermischem Wege. Kaum hatte sich der Nebel verzogen, fiel in der 94. Minute nach dem zweiten von zwei Eckbällen der Ausgleich.
Ich hatte die Nerven sowas von blank. Stand da und zitterte. Keine Ahnung, wie oft mein Herz das noch mitmacht.
gesachtes vom 02.03.2007

Darf ich vorstellen? Peggy, das Rad (Abbildung ähnlich). Heute habe ich Peggy gekauft. Ich wollte wieder ein Rad, ich will wieder radfahren. In den vergangenen Wochen musste ich gelegentlich ein dickes, schweres, olles Hollandrad überführen. Und obwohl es eine Qual war, das Monstrum zufahren, hat es einen alten Virus wieder geweckt: Den Bacillus Velocipedes. Nun habe ich drei Wochen nach dem passenden Rad gesucht. Ich wollte etwas ein stabiles, einfaches Rad und hatte mir selbst auch eine Budgetbeschränkung auferlegt: maximal 300 Euro sollte mein neues Fortbewegungsmittel kosten. Rasch stellte ich fest, dass das verdammt wenig Geld für ein neues Rad ist. Zunächst sah ich mich bei “Rad ab” um. Das aus sentimentaler Erinnerung, denn ich bin jahrelang ein Rad-ab-Rad gefahren und habe es sehr gemocht.
“Rad ab” war mal eine dieser Fahrradkollektive, die in den frühen Achtzigern aus dem Boden schossen, als das Radeln zur ökologischst möglichen Mobilitätsform galt und das Bauen und Reparieren als Idealform selbstbestimmten Arbeitens. Die Leute von “Rad ab” haben sich aber sehr schnell professionalisiert und in der Folge sehr schöne, stabile Räder gebaut. Und die waren schwarz. Das war damals – es muss so um 1988 gewesen sein – noch recht ungewohnlich. Nachdem die klassischen Räder in den fünfziger Jahren, die von NSU kamen oder von Rixe, vorwiegend schwarz lackiert waren, wurden die Velos über die Jahre immer bunter, und Mitte der Achtziger galten silberne Räder als schick. Mein Rad-ab-Rad hatte eine Shimano-Schaltung mit drei Blättern vorne und sechs Blättern hinten. Es wog fast so wenig wie ein Alurad und lief wunderbar leicht. Irgendwann habe ich es an meinen Sohn verliehen und der hat es binnen zwei oder drei Jahren zuschanden gefahren.
Als ich jetzt wieder bei “Rad ab” vorbeischaute, musste ich feststellen, dass die immer noch sehr schöne Räder im Angebot haben, jetzt nicht mehr selbstgebaut, aber aus dem Umkreis der Hersteller, die auf Qualität setzen. Ich hatte aus dem Internet gelernt, dass es City- und Trekking-Räder gibt, jedenfalls waren das die Alternativen in Bezug auf meine Vorstellungen. Die preiswertesten Modelle lagen bei “Rad ab” bei rund 700 Euro. Klar, die haben alle eine Federgabel vorne und eine gefederte Sattelstütze, aber darauf legte ich keinen großen Wert, denn bisher bin ich auch immer ungefedert durch die Gegend geradelt.
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gesachtes vom 01.03.2007
Um 10°, stürmisch, wolkenreich, teils Regen.
April, April, der wiß nicht, was er will. Tatsächlich verabschiedet sich der Februar, die fiese Kanalratte, verkleidet als April. Gestern schwankten die Temperaturen zwischen 4° und 10°. Es gab kalten Sprühregen, Schütten aus Eimern, strahlenden Sonnenschein und sogar Gewitter. Eigentlich aber müsste der März sich jetzt als Winter melden – denn in den letzten Jahren hatte wir in den ersten Märztagen immer ein bisschen Schnee.
gesachtes vom 28.02.2007

Der notorische Feudel der verkappten Neocons (das sind die, die früher gaaaaanz links waren, aber sich dann was gönnen wollten…), der Mann, der zu seinem Leidwesen immer noch nicht BLÖD-Chef ist, die Feder des Grauens, die Tse-Tse-Fliege unter den Meinungsscheißern, hat heute seinen täglichen Durchfall ins Web gestellt:
“Das Grußwort des inhaftierten Mörders Christian Klar an die so genannte Rosa-Luxemburg-Konferenz stammt direkt aus den düsteren siebziger Jahren – Life on Mars lässt grüßen. Es erinnert an jene schwarze Prosa, mit der die Akteure der Roten Armee Fraktion damals ihre Morde rechtfertigten. Der Ghetto-Sound der RAF sollte den kriminellen Trieb der Terror-Truppe politisch veredeln und die Mordlust kaschieren.
[...]
Das ist aber kein Bekennerschreiben oder ein Drohbrief, der Satz ist ein politisches Statement. Was Klar hier schwülstig formuliert, ist eben jenes reaktionäre, antiamerikanische Dummdeutsch, das längst nicht nur auf ominösen Konferenzen von linken Sektierern Beifall findet. Klar träumt in seiner Zelle davon, ‘die Niederlage der Pläne des Kapitals zu vollenden und die Tür für eine andere Zukunft aufzumachen’. Solange er nur davon träumt und nicht wieder zur Waffe greift, ist das nicht verboten.”
(Quelle: SpON vom 28.02.2007)
Malzahn unterstellt den RAF-Akteuren “Mordlust”. Das ist steil vorgelegt auf a) Sozenpsychoquark und b) BILD-Volksmund. Malzahn spricht vom “kriminellen Trieb” und weiß nicht mal wie Kriminalisten den Begriff “kriminell” definieren. Düster seien sie gewesen, die siebziger Jahre. Klar, für einen 1963 geborenen Spätentwickler, der zu Zeiten der von Schmidtschnauze inszenierten Terroristenhysterie noch im Schlafanzug und Kakao trinkend Wim Thoelke geguckt hat, mag sich das so anfühlen. Reaktionäre, antiamerikanisches Dummdeutsch will er erkannt haben, der Ex-Linksradikale (Mitgründer der taz Bremen!), also so zu sagen seine eigene Sprache der achtziger Jahre, in denen der Malzahn noch dachte, er könne auf der antikapitalistischen Seite ne große Nummer werden.
Mit alldem war zu rechnen. Denn der Malzahn, der will noch mal was werden. Da muss man sich beizeiten den Christasozialen andienen. CC Malzahn, du ekelst mich an, du *****!!! Fehlt nur noch, dass dein alter Mitwixxsser Broder sich rührt…
“Der ‘aggressive Ton Klars’ und dessen ‘ideologische Verbohrtheit’ würden deutlich machen, ‘dass es sich bei Klar um einen unverbesserlichen Terroristen handelt’, sagt Beckstein. ‘Wer die jüngsten Äußerungen Klars nur als ‘offenbar politisch verwirrt’ bagatellisiert’, lasse außer Acht, ‘dass Klar wegen der Ermordung zahlreicher Menschen verurteilt ist.’”
(Quelle: SpON vom 28.02.2007)
“Tja, Beckstein, dumm gelaufen für dich. Nach diesen Äußerungen ist ja wohl klar, dass du einer der Ersten bist, der nach der Revolution dran ist.” So oder so ähnlich stellt sich das Pinkelbeckensteinchen die Denkblase über dem Kopf des unverbesserlichen Terroristen vor. Deshalb soll der Klar nicht rauskommen, damit die Söders, Becksteins und Stoibers dieses Planeten in Ruhe schlafen und sich von ihren Chauffeuren chauffieren lassen können. Damit Nacht- und Fahrtroute der christsozialen Radikalinskis gewährleistet ist, wollen diese Charaktermasken sogar das Recht brechen und die Terroristen bis an deren Lebensende einknasten. Es ist unfassbar!
Wenn der verkniffene Franke, der im Schlepptau der schönen Landrätin zu immer Einfluss segelt, so etwas wie Intelligenz in der Hirnschale hätte, könnte er sich ausmalen, was die über 2009 fortdauernde Wegsperrung des Christian Klar auslösen würde. Ja, richtig, die Gründung der vierten Generation, die mit unterschiedlichsten Methoden wird bewirken wollen, dass Klar befreit wird. Ja, Beckstein, du bis schuld, wenn so ein paar Hirnficker wieder anfangen, rumzuballern und zu bomben!!!

In den letzten Tagen sind Typen beim Training ihrer Mannschaft aufgelaufen und haben Spieler, Trainer und Offizielle beschimpft und teilweise ernsthaft bedroht. Da es sich um böse, böse Ossis handelt, hat der Vorfall rund um Dynamo Dresden das größte Medienecho gefunden. Tatsächlich waren die “Besuche” der “Fans” des Äff-Zeh K***, der Borussia Ostholland sowie von Rot-Weiss Essen nicht weniger aggressiv. Bei den Däumlingen kam es beinahe zu einer Schlägerei zwischen den Kapuzenköppen und dem als prügelfreudig bekannten Spieler Alpay. Bei Jlabbach hieß es von Seiten der Besucher, dass es für die Akteure bei Abstieg “schwer was aufs Maul” gäbe – ähnlich äußerten sich auch die als Megaprolls bekannten Anhänger des RWE. Zudem ist das alles ja nicht neu. Ich erinnere mich an das Spiel meiner Mannschaft gegen den 1.FC Moachdeburch mitten in der Rückrunde der Regionalliga-Saison 2001/02, nach dem die Fortuna-Freunde das Spielfeld stürmten, und es die Spieler gerade noch schafften in der Kabine zu verschwinden – man wollte ihnen (die als “Söldner” beschimpft wurden) massiv ans Leder. Wie oft hat man schon Bilder von “Fans” gesehen, die den Mannschaftsbus am Abfahren hindern etc.
In der Berichterstattung der dummen & faulen Journalisten (ob Spochrepochter oder nicht) geht jetzt wieder mal alles durcheinander. Bis auf ganz, ganz wenige Ausnahmen reicht der Horizont der Schmierfinken nicht über das eigene Vorurteil hinaus. Differenzieren ist nicht ihre Sache (Merke: Intelligenz ist differenzieren können.), und wo werden all die Typen, die den Spielern der eigenen Mannschaft auflauern, erstmal als Hooligans bezeichnet. Fortschrittliche Schmierfinken kennen auch den Begriff “Ultra”, wissen aber nichts damit anzufangen. Dabei würde ein Griff zu Google und Wikipedia die gröbsten Missverständnisse klären.
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Jahrhundertelange Existenz im Aggregatzustand des Filzes lösen völlige Verblödung aus:
Beispiel 1: Die Sozen in Hamburg
Beispiel 2: Die Sozen in Düsseldorf
Was in beiden Fällen überdeutlich wird, ist die Boshaftigkeit der ehemaligen Linksaussen der Partei – ganz besonders dann, wenn nie ernsthaft gearbeitet und/oder weiblichen Geschlechts sind. Im Fall der Genossin Pick in Düsseldorf kann ich das anhand direkter Begegnungen in den 80er Jahren in einem selbstverwalteten Kindergarten bestätigen.
Ich finde, die Spezialdemokratische Partei Deutschlands tut gut daran, sich aufzulösen. Nach einer Besinnungspause dürfen sie sich dann wieder neu gründen, sich meinswegen auch auf Bebel berufen und sich wieder zur Wahl stellen. Die SPD ist nämlich wie ein ehemaliger Traditionsverein, der aus der ersten Bundesliga abgestiegen ist und dann bis in die Oberliga durchgereicht wurde.